Wie sieht die Zukunft für Delec aus?

29. Dezember 2005, 17:08
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Bechtle will prüfen, inwiefern im Zusammenhang mit dem "Fall Axept" strafrechtlich relevante Tatbestände und Vertragsbrüche aufgearbeitet werden müssen. An der bisherigen Strategie wird indes festgehalten.

Bechtle will prüfen, inwiefern im Zusammenhang mit dem "Fall Axept" strafrechtlich relevante Tatbestände und Vertragsbrüche aufgearbeitet werden müssen. An der bisherigen Strategie wird indes festgehalten.
Wie wir am Dienstag berichteten, haben einige Abacus-Spezialisten von Delec die Geschäftstellen von Gümligen und Frauenfeld für Axept verlassen. Gemäss neuen Informationen, die inside-channels.ch erhalten hat, soll es sich nicht um insgesamt 14 sondern um 18 Leute handeln. Demnach haben neun Abacus-Leute Gümligen und ebenso viele Frauenfeld verlassen. In Frauenfeld soll bloss ein Verkäufer geblieben sein, während in Gümligen noch vier bis fünf Personen das Abacus-Team bilden. In Liestal soll das Abacus-Team aus sechs Personen bestehen.
Auf der Suche nach Abacus-Leuten
Diese Angaben wurden seitens Bechtle/Delec weder bestätigt noch dementiert. Thomas Willenegger, Chef von Delec und der Bechte IT-Systemhäuser, sagte gegenüber inside-channels.ch: "Wir haben einen herben Rückschlag erlitten, sind aber fest entschlossen, am Lösungsgeschäft als strategisches Standbein festzuhalten." Die Kompetenzen sollen wieder aufgebaut werden. Wie Bechtle jedoch die Abgänge kompensieren will, scheint im Moment unklar. Gerüchten zufolge, plant Bechtle einen weiteren Abacus-Händler zu übernehmen. Willenegger dementiert vehement: "Dies ist keineswegs der Fall."
Strategie wird umgesetzt
Eine weitere Übernahme würde Bechtle tatsächlich einiges an Glaubwürdigkeit kosten. Sagten doch Bechtle-Chef Ralf Klenk und Thomas Willenegger mehrmals gegenüber inside-channels.ch, dass Bechtle in der Schweiz keine Übernahmen mehr plane, sondern konsolidieren möchte. Delec sei als "Komplettanbieter inklusive Lösungsgeschäft" unterwegs, sagt Willenegger. Das Unternehmen habe eine klare Strategie, die umgesetzt werden müsse. Deshalb werde Delec auch am Lösungsgeschäft festhalten. Zwangsläufig mit Abacus? "Ja", meint Willenegger. Man wolle auf jeden Fall alles daran setzen, Abacus-Partner zu bleiben.
"nicht angekommen"
Tatsache ist aber, dass System-Leute und Abacus-Spezialisten von Delec weggelockt wurden und werden. Dies sei vorwiegend auf den Führungswechsel in Frauenfeld zurückzuführen, ist aus gut informierten Quellen zu hören. Thomas Willenegger sei bei den Leuten "nicht angekommen". In Gümligen sei das Abacus-Team auseinander gefallen, als Jürg Schwarzenbach gegangen sei.
Einer ist – entgegen dem, was hier am Dienstag berichtet wurde – geblieben. Hanspeter Stucki ist nach wie vor für Delec und für Bechtle tätig. Er ist heute für die Herstellerbeziehungen für Delec und die Bechtle IT-Systemhäuser verantwortlich und in dieser Position direkt Thomas Willenegger unterstellt.
Strafrechtliches Nachspiel
Die Ganze Geschichte könnte für den ehemaligen Geschäftsführer Jürg Schwarzenbach ernsthafte Konsequenzen haben. Der Wechsel von Abacus-Spezialisten von Delec zu Axept, wo Schwarzenbach im Verwaltungsrat sitzt, könnte noch ein strafrechtliches Nachspiel haben. Willenegger: "Wir wollen prüfen, inwiefern in diesem Zusammenhang strafrechtlich relevante Tatbestände und Vertragsbrüche aufgearbeitet werden müssen." (Maurizio Minetti)

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