Wie viele Jobs kostet der Nokia-Microsoft-Deal?

14. Februar 2011 um 15:03
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Vermischtes zum Pakt zwischen Nokia und Microsoft.

Vermischtes zum Pakt zwischen Nokia und Microsoft.
Nokia will den am Freitag verkündeten Deal mit Microsoft anscheinend nicht nur nützen, um im Smartphone-Business mit Windows Phone wieder bessere Chancen zu haben, als mit seinem eigenen Betriebssystem "Symbian". Der finnische Handyriese nimmt das Abkommen auch als Gelegenheit, um einen massiven Stellenabbau vorzunehmen. Dieser dürfte hauptsächlich, aber nicht nur, die Softwareentwicklungsabteilung betreffen.
Nokia-Chef Stephen Elop erklärte bereits am Freitag, dass eine "substantielle" Reduktion der Stellenzahl geplant sei, sowohl in Finnland selbst als auch an verschiedenen Standorten rund um die Welt. Genaueres dazu liessen sich Nokia-Vertreter allerdings auch übers Wochenende nicht entlocken. Der finnische Wirtschaftsminister Mauri Pekkarinen sieht aber offensichtlich ein grösseres Problem auf sein Land zukommen: "Wir sprechen über den bei weitem grössten Strukturwechsel, den der finnische New-Technology-Sektor bisher gesehen hat".
Nokia hat 2010 fast vier Milliarden Dollar für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Laut einer Schätzung von Bernstein Research sollen rund ein Drittel davon in den letzten Versuch geflossen sein, Symbian doch noch "Smartphone-reif" zu machen. Nokia beschäftigte zuletzt ebenfalls laut Schätzungen fast 8000 Entwickler im Bereich Symbian.
Ein ob des Deals leicht schnippisch gestimmter Google-Mann hat übrigens bereits erklärt, dass sich entlassene Nokia-Entwickler ja bei Google melden könnten: "Wir stellen ein".
Milliarden für Nokia?
Im Rahmen des Handels wird zwischen Nokia und Microsoft viel Geld hin- und herfliessen. Unter dem Strich soll aber Nokia laut Elop klar mehr profitieren: Der Wert des Abkommens liege für sein Unternehmen im Bereich von Milliarden, nicht Millionen, erklärte er gestern Abend. Damit wollte er unter anderem Kritikern entgegentreten, die geschätzt hatten, dass Nokia mehr oder weniger für ein "Butterbrot" – einige Dutzend Millionen - die Eigenständigkeit bei der Betriebssystementwicklung aufgegeben habe. Wie viele der Elop'schen Milliarden tatsächlich in Form von Cash bei Nokia ankommen, und über welchen Zeitraum, ist aber unklar. Die Einsparungen durch die genannten Entlassungen dürften darin eingerechnet sein, ebenso wie Rabatte auf Lizenzen, die Nokia nun von Microsoft bezieht oder der Wert gemeinsamer Marketingaktionen.
Ausserdem erklärte Elop, dass neben Microsoft auch Google Nokia umworben habe, um das Symbian-Ersatzbetriebssystem liefern zu dürfen. Die Entscheidung für Microsoft sei vom Gesamtverwaltungsrat gefältt worden. Damit verteidigte er sich gegen am Wochenende nach dem Deal von Kritikern wieder aufgegriffene Verdächtigungen, dass er als ehemaliger Microsoft-Mann von Anfang an als "U-Boot" bei Nokia eingestiegen sei. (hjm)

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