Wieder ein Swisscom-Flop: simap2 gescheitert

4. September 2007, 09:52
  • e-government
  • simap
image

Das Projekt simap2, eine gemeinsame elektronische Beschaffungsplattform für Behörden, ist in Verzug und wird ohne Resultat eingestellt. Wieder scheitert SCIS als Generalunternehmerin in einem Software-Projekt.

Das Projekt simap2, eine gemeinsame elektronische Beschaffungsplattform für Behörden, ist in Verzug und wird ohne Resultat eingestellt. Wieder scheitert SCIS als Generalunternehmerin in einem Software-Projekt.
"E-Procurement", also die Abwicklung von Beschaffungen auf elektronischem Weg, ist ein wichtiger Teil der bundesrätlichen "E-Government"-Strategie. Doch ausgerechnet das gemeinsame Projekt von Bund, Kantonen und Gemeinden zum gemeinsamen Bau einer elektronischen Beschaffungsplattform ("simap2") ist gescheitert. Das Projekt wurde 2004 an Swisscom IT Services (SCIS) als Generalunternehmerin vergeben. Swisscom seinerseits beauftragte das deutsche Software-Unternehmen Ventasoft, das auf E-Procurement-Lösungen für deutsche Behörden spezialisiert ist, mit der Entwicklung von simap2.
Wie Peter Trachsel vom Informatikstrategieorgan des Bundes sagt, konnten wichtige Meilensteine im Projekt nicht eingehalten werden und das Projekt geriet um ca. ein Jahr in Verzögerung. Der Bund und Swisscom haben sich nun darauf geeinigt, das Projekt zu beenden, da es "unter den heutigen Umständen und in der vorgesehenen Art nicht realisiert werden kann," wie das Generalsekretariat des EFD gestern lapidar mitteilt.
Der Wechsel des Subakkordanten von Swisscom war laut Trachsel aus beschaffungs- und vertragsrechtlichen Gründen nicht möglich.
Zurück zum Start
Gemäss Trachsel wird nun der Projektausschuss aufgelöst. Mit dem Verein simap.ch, dem auch die Kantone angehören, wird nun abgeklärt, wie möglichst schnell eine neue E-Procurement-Lösung aufgebaut werden kann. Trachsel. "Dass es nicht gelungen ist, eine E-Procurement-Lösung zur Verfügung zu stellen, kann man als Niederlage bezeichnen." Er betont aber, dass für den Bund und den Verein simap.ch wegen des Stopps des 1,4-Millionen-Projekts kein materieller Schaden entstanden ist.
Offenbar hat Swisscom sämtliche geleisteten Anzahlungen zurückbezahlt und verzichtet auf weitere Forderungen. Swisscom-Sprecher Sepp Huber: "Der Stopp des simap-Projekts ist in den Rückstellungen, die wir im ersten Halbjahr für Projektrisiken getätigt haben, enthalten."
Für Swisscom bedeutet der Stopp des Projekts simap allerdings einen herben Rückschlag. Denn nun muss die Fähigkeit von SCIS, als Generalunternehmen in grossen Softwareprojekten aufzutreten, generell bezweifelt werden. Erst diesen Frühling musste SCIS das Projekt, zusammen mit einem Partner für die Krankenversicherung KPT eine neue Software-Generation zu bauen, abrupt beenden. hat einiges zu tun. (Christoph Hugenschmidt)

Loading

Mehr zum Thema

image

Basel führt Pflichtfach Medien und Informatik in der Sek ein

Bislang wurden die Themenbereiche Medien und Informatik in anderen Fächern zusammen gebündelt. Ab dem Schuljahr 2024/2025 will Basel-Stadt das ändern.

publiziert am 1.2.2023
image

Wo steht die Schweiz bei der Digitalisierung?

Das Bundesamt für Statistik hat eine Reihe von Indikatoren gebüschelt. Eine klare Antwort geben sie nicht.

publiziert am 31.1.2023
image

St. Gallen will Steuersoftware für 44 Millionen Franken konsolidieren

Der Kanton will seine zersplitterte Steuerlandschaft vereinheitlichen, um jährlich rund 3 Millionen zu sparen. Nun wurden Projektleistungen ausgeschrieben.

publiziert am 31.1.2023
image

Schwyz erhält einen neuen CIO

Im Sommer wird Marcel Schönbächler die Leitung des Amts für Informatik im Kanton übernehmen.

publiziert am 27.1.2023