Wieder Kostenübeschreitung beim Astra

6. Dezember 2012, 12:00
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Und wieder ist ein Informatik-Projekt des Bundes viel teurer als geplant. Das Informationssystem Verkehrzulassung kostet statt den geplanten 8 Millionen 32,6 Millionen Franken.

Und wieder ist ein Informatik-Projekt des Bundes viel teurer als geplant. Das Informationssystem Verkehrzulassung kostet statt den geplanten 8 Millionen 32,6 Millionen Franken.
Der Bund glänzt derzeit nicht gerade bei der Planung seiner Informatik-Projekte. Nach dem Insieme-Debakel gesellt sich ein weiteres Projekt in diese Reihe. Das Zulassungs- und Kontrollwesen des Strassenverkehrs in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein sollte mit einem neuen Informationssystem Verkehrzulassung (IVZ) ausgerüstet werden. Beim Projektstart im Jahre 2010 wurde mit Aufwendungen in der Höhe von rund 8 Millionen Franken gerechnet. Das Bundesamt für Strassen (Astra) muss diesen budgetierten Betrag nun aber auf 32,6 Millionen Franken erhöhen. Vorraussichtlich soll das System 2014 in Betrieb genommen werden.
Der Grund für die zusätzlichen Kosten seien neue technische Rahmenbedingungen und unvorhergesehene Wartungskosten, so Astra in der Medienmitteilung. Im Auftrag von Astra hat das Bundesamt für Logistik (BBL) den beiden Unternehmen Trivadis und e3 Zusatzaufträge im Umfang von rund 15 Millionen Franken erteilt. (12,7 Millionen für Trivadis und 2,4 Millionen Franken für e3) Die beiden Unternehmen hatten in einem früheren WTO-Verfahren den Zuschlag erhalten - die neuen Vergaben erfolgten jedoch freihändig. Auch die in Rechnung gestellten Kosten des Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) wird rund 9 Millionen Franken mehr werden.
Von MOFAD zu IVZ
Heute wird das Zulassungs- und Kontrollwesen des Strassenverkehrs in der Schweiz und in Liechtenstein mit drei verschiedenen Datensystemen abgewickelt:
MOFIS enthält die Daten der Fahrzeugzulassungen, FABER die Daten der Führerzulassungen und ADAMS die Daten von Administrativmassnahmen. Zusammen bilden die Systeme die Datendrehscheibe MOFAD.
Das Ziel von Astra ist nun aber, die Technologie zu modernisieren und die Abläufe flexibler zu machen. Mit IVZ soll die mehrfache Speicherung der Daten der gleichen Person in verschiedenen Strassenverkehrs-Datensystemen beseitigt werden. Es soll eine zentrale Datenbasis bereitstellen, mit der sowohl die kantonalen Zulassungsbehörden als auch die Bundesbehörden arbeiten können. (lvb)

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