Wieder mehr Lehrabschlüsse in der ICT-Grundbildung

6. Juli 2011, 15:07
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Leichte Zunahme bei den Berufen Informatiker, Mediamatiker und Informatikpraktiker. Positive Aussichten für Lehrstart 2012.

In diesen Tagen finden in der ganzen Schweiz die Abschlussfeiern der Grundbildung statt. Auch in den ICT-Berufen Informatiker/-in, Mediamatiker/-in und Informatikpraktiker/-in. Rund 2'100 haben Grund zu feiern, weitere rund 180 haben es nicht geschafft. Erstmals seit 2005 steigt die Anzahl wieder um rund 300. Ein Hoffnungsschimmer im Kampf um die raren Fachleute. Man kann auf diese jungen Leute stolz sein. Rund 20 Prozent von ihnen schlossen mit einer Note von 5,3 und höher ab, wobei die praktische Abschlussarbeit doppelt zählt. Es werden wirklich Fachleute auf diesem Weg herangebildet - vorausgesetzt, sie haben einen Lehrbetrieb, der weiss, dass sie auch Mitarbeiter/-innen sind, die auch einen Beitrag zum Betriebsgewinn erbringen sollen.
Aussichten für den Lehrbeginn August
Dass die Informatik- und Mediamatik-Lernenden auf sehr gutem Niveau abschliessen, ist an den Berufsweltmeisterschaften mehrmals belegt worden. 2009 hatten die drei Schweizer Vertreter ein Jahr nach ihrem Lehrabschluss in Calgary die Goldmedaille im Webdesign, die Bronzemedaille in der Netzwerktechnik und ein Diplom in der Erarbeitung von Lösungen auf der Basis von Office ergattert. Und das gegen die Konkurrenz sämtlicher wichtiger Industrieländer.
In einem Monat beginnen schon wieder die Neuen. Auch da besteht ein weiterer leichter Aufschwung. Wir erwarten 2500, was immerhin eine Zunahme um weitere 300 entspricht, vor allem dank den Informatikmittelschulen, die eine schöne Zunahme ihrer Applikationsentwickler-Lehrgänge verzeichnen, und der Mediamatiker/-innen. Letztere verzeichnen eine hohe Aufmerksamkeit der in der cross-medialen Informationsverarbeitung tätigen Unternehmen - es darf mit einer Verdoppelung der Lehrstellen auf 700 innert drei Jahren gerechnet werden.
1000 Personen an der Zürcher Abschlussfeier
Heute Mittwoch fand die Abschlussfeier des Kantons Zürich statt. Rund 1'000 Personen pilgerten ins Kongresszentrum Spirgarten in Zürich-Altstetten - man spürte es in Tram und Zug ganz deutlich! Sie kamen, um den Abschluss ihrer Lehrlinge und Praktikant/-innen zu feiern. 500 und weitere aus umliegenden Kantonen sind zur praktischen Abschlussprüfung angetreten. Das sind 55 mehr als im Jahrestiefst von 2008 - aber immer noch 200 unter der Anzahl im Jahr 2005. Einer der wichtigsten Gründe zu diesem Rückgang ist das Outsourcing - in der Informatik der Lehrstellenkiller Nummer eins. Die Firmen geben die ICT oder Teile ab, die Lehrlinge gehen bestenfalls mit - aber im neuen Lehrjahr sind diese jeweils gestrichen.
Der jährlich ausgesetzte Preis der ZHAW (Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften), das Studiengeld für ein Bachelor-Studium, ging dieses Jahr an einen Absolventen der Informatikmittelschule Winterthur Büelrain. Tobias Stähli heisst der Glückliche, der mit einer Gesamtnote von 5,8 abschloss. Seine doppelt zählende zweiwöchige Praxisarbeit wurde mit einer 5,9 belohnt - eine selten erteilte Note. Acht weitere seiner Kolleginnen und Kollegen aus den Schulen Hottingen, Enge und Büelrain erreichten ebenso Resultate über 5,3, was immerhin eine Erfolgsquote von rund 25 Prozent für diesen Bildungsweg ist. Das belegt, dass dieses Modell zu traumhaften Resultaten führen kann. Die Informatikmittelschüler/-innen erwerben alle zusätzlich die kaufmännische Berufsmaturität.
Die heutigen Grundbildungsabsolvent/-innen sind die morgigen Fachhochschulstudent/-innen. Die jährliche Umfrage bei den Zürcher Absolvent/-innen zeigt, dass 25 Prozent von ihnen ein solches Studium planen oder sich schon eingeschrieben haben. Wir können uns somit allein im Kanton Zürich für 2014 auf 130 neue Bachelors freuen. Dies spricht für die Langfristigkeit der Bildung. Gleichzeitig ist es ein Tropfen auf den heissen Stein im Ringen um ICT-Fachkräfte. (Alfred Breu)

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