Wiedererwachte Preiskämpfe im PC-Geschäft?

17. Dezember 2013, 13:28
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HP und Dell lancieren vermehrt tiefpreisige PCs. Auch Acer macht mit.

HP und Dell lancieren vermehrt tiefpreisige PCs. Auch Acer macht mit.
Die taiwanische Zulieferindustrie für PC-Hersteller hat in letzter Zeit etwas überrascht festgestellt, dass sowohl Hewlett-Packard als auch Dell versuchen, vermehrt tiefpreisige PCs auf den Markt zu bringen, um ihre Marktanteile zu erhöhen. Das sorgt in Taiwan nicht unbedingt für Freude. Da auch Acer diese Strategie verfolgt, berichtet das Branchenmagazin 'Digitimes', fürchte man in der Zulieferkette geschmälerte Margen und Profite. Die Hersteller würden wieder vermehrt Preisnachlässe von ihren Lieferanten verlangen, um die Tiefpreispolitik aufrecht erhalten zu können.
In den letzten rund vier Jahren schwankte der PC-Markt weltweit zwischen Stagnation und Rückgang, während gleichzeitig der Smartphone- und Tablet-Markt boomte. Das hatte eine Nebenwirkung: Die grossen Anbieter empfanden das PC-Geschäft nicht mehr als strategisch vordringlich, und darum kämpfte man auch nicht mehr "bis aufs Blut" um Marktanteile. Preiskämpfe verschwanden zwar nicht, liessen aber nach. Die PC-Anbieter konnten ihre durchschnittlichen Verkaufspreise, die vorher kontinuierlich sanken, wieder etwas steigern. Für die taiwanischen Zulieferer hatte dies die angenehme Folge, dass auch ihre Margen weniger unter Druck waren.
Neue Preiskämpfe im PC-Geschäft kommen daher unerwartet. Ein Grund für die neuen Preisoffensiven dürfte sein, dass sich sowohl HP als auch Dell nach einer Phase der Zweifel nun wieder fest dazu entschlossen haben, im PC-Business zu blieben. In Taiwan hatte in den letzten Jahren die Meinung vorgeherrscht, dass sich die letzten verbliebenen US-Player schrittweise aus dem Markt zurückziehen und das Feld den aisatischen Herstellern überlassen würden. Auch die in den letzten Monaten gehegte Erwartung, dass sich Dell nach dem Management-Buy-Out zumindest aus dem Consumermarkt zurückziehen und nur noch Business-PCs anbieten werde, scheint nicht einzutreffen. Im Gegenteil, Dell mischt mit neuer Aggressivität im Consumerbereich mit und scheint damit auch Erfolg zu haben. Laut den taiwanischen Quellen von 'Digitimes' soll Dell in der wichtigen Thanksgiving-Periode in den USA seinen Absatz um rund 30 Prozent gesteigert haben. (Hans Jörg Maron)

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