Wiedergeburt in Sursee

12. November 2015, 16:14
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Nur ein Jahr seit dem Umbruch bei Bison Schweiz gewinnt der Surseer Softwarehersteller den wichtigsten Schweizer IT-Preis. Das ist gut.

Nur ein Jahr seit dem Umbruch bei Bison Schweiz gewinnt der Surseer Softwarehersteller den wichtigsten Schweizer IT-Preis. Das ist gut.
Der Entscheid der Jury, den Swiss ICT Award 2015.
Bison Schweiz hat den Award für ein Projekt gewonnen, das sich durch zwei Eigenschaften vom Durchschnitt des schweizerischen IT-Schaffens abhebt. Die Web-App "Bison ESL Manager" ist erstens ein fertiges Produkt und sie hat zweitens das Potential, weltweit vertrieben zu werden. Bison macht damit das, was Thomas Flatt, Präsident des Veranstalters SwissICT in seiner Begrüssungsrede von der Branche verlangt hat. Ganz wie die Schweizer Maschinen- und Hightech-Industrie, soll sich auch die ICT-Branche auf die Eroberung von kleinen, feinen Nischen konzentrieren. Schweizer IT-Firmen sollen zu grossen Fischen in kleinen Teichen werden, statt als kleine Fische in grossen Teichen zu verschwinden.
Der Gewinn des ICT Awards ist für Bison Schweiz und vor allem für die Bison-Mitarbeitenden und -Chefabteilung ein wichtiger Erfolg. Mitten in einer zweifellos schwierigen und harten Phase des Umbruchs gewinnt man einen Preis und zeigt damit dem Mutterkonzern, Kunden und vor allem sich selbst: "Ja, wir leben und wir produzieren nicht nur Schlagzeilen, sondern auch Software mit Potential."
Witziger Startup, unnötiger Publikumspreis
Auch der Gewinner des Newcomer-Awards hinterliess gestern im schicken KKL einen guten Eindruck. Moritz Zumbühl von Blindflug Studios überzeugte das Publikum mit Schlagfertigkeit, Witz und gesundem Selbst- und Sendungsbewusstsein.
Unnötig finden wir hingegen die Verleihung des Publikums-Preises. Der Gewinner, Swisscom, gewann nicht etwa mit einem Produkt oder einem Service für das breite "Publikum", sondern mit einer SaaS-Lösung, die zuerst im VBS eingesetzt wird. Der Award sollte nicht Publikums-Award, sondern "Ich-habe-viele-Freunde-Award" heissen. Die Reichweite des organisierenden Mediums, dem Thalwiler 'IT Magazine' ist viel zu klein, um wirklich "Publikum" anzuziehen. Entweder gelingt es SwissICT, ein grosses Publikumsmedium, zum Beispiel die TV-Sendung 'Einstein' für den Award zu gewinnen, oder man sollte ihn streichen. Zu kurz wäre die glamouröse und sehr gut organisierte Award-Verleihung trotzdem nicht. (Christoph Hugenschmidt)
(Foto: Neal Herbert.)

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