Wieviel die grossen ERP-Lösungen wirklich kosten

13. November 2006, 14:07
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Interessante Erkenntnisse aus einer TCO-Studie unter Anwendern von Infor, Lawson, Oracle, QAD und SAP.

Interessante Erkenntnisse aus einer TCO-Studie unter Anwendern von Infor, Lawson, Oracle, QAD und SAP.
Der US amerikanische Marktforscher Aberdeen Group hat im Auftrag von drei Herstellern grosser Systeme für Betriebs- und Produktionssteuerung (Infor, Lawson und QAD) eine Untersuchung zu den Total Cost of Ownership (TCO) unter über 1'100 Anwendenr der Systeme von Infor, Lawson, Oracle, QAD und SAP durchgeführt. Da die Angaben zu den internen Kosten von Software-Einführung und -Betrieb zu dürftig waren, werden diese leider nicht berücksichtigt. Trotzdem sind die Ergebnisse der Studie interessant - Wir picken hier einige heraus:
Erstaunlich geringe Nutzung der Gesamtsysteme
Die Marktforscher befragten die Anwenderfirmen unter anderem danach, wieviele der erhältlichen Module der Software sie benutzten und welche der Funktionaliäten der verwendeten Module. Daraus errechnete man dann eine Prozentzahl, die den Benützungsgrad des gesamten Systems anzeigt. So gerechnet verwenden die befragten Firmen im Schnitt nur gerade 27,6 Prozent des Umfangs der eingesetzten Business-Software. Je grösser der Anwender ist - es wurden Firmen mit Umsätzen zwischen 50 Millionen und über einer Milliarde Dollar befragt - desto besser wird die Software genützt und desto mehr sinken die die Kosten pro User und eingesetzter Funktionalität.
Der errechnete Nutzungsgrad der ERP-Systeme variiert zwischen den fünf verglichenen Anbietern nicht stark: SAP und Lawson (Intentia) werden zu 29,6 und 29,25 Prozent wirklich genutzt, dachach folgen Infor, QAD und Oracle (27,48 %). Die Kosten pro User und wirklich eingesetzter Funktionalität unterscheidet sich je nach Anbieter hingegen stark: Am "günstigsten" ist Lawson (128 $ pro Nutzungsprozentpunkt), gefolgt von Infor (150), QAD (162), Oracle (175) und SAP (202).
Vorurteil bestätigt
Das weit verbreitete Vorurteil "SAP ist teuer" wird durch die Studie, die uns seriös dünkt, bestätigt. Aberdeen verglich die TCO der fünf untersuchten Lösungen, indem der Preis der Lösung sowie die Kosten für externe Services pro User zusammengefasst wurden. Nicht berücksichtigt wurden leider interne Kosten beim Kunden. Dies weil gemäss Aberdeen die Angaben der befragten Firmen dazu nicht realistisch (zu tief) waren. Bei diesem zugegebenermassen sehr einfach gestrickten Vergleich schwang Infor mit durchschnittlich 3'992 Dollar pro User obenauf. Dicht gefolgt von Lawson (4'044) und QAD (4'221). Die beiden grössen Anbieter Oracle und SAP sind mit 4'816 (Oracle) und 5'995 Dollar (SAP) wesentlich teurer. Dieses Resultat ist umso erstaunlicher, als die Systeme von Oracle und SAP mit durchschnittlich weitaus mehr Usern betrieben werden, was die TCO eigentlich senken sollte.
Wieviel kosten die positiven Effekte der ERP-Systeme?
Etwas differenzierter wird die Studie bei der Frage, wie gross die durch die Einführung der neuen Systeme erreichten Verbesserungen sind und was das kostet. Hier geht um Ziele wie die Verringerung der Lagerbestände (= Reduktion der Kapitalbindung), der operativen Produktionskosten, der administrativen Kosten der Produktion, zeitrichtige Belieferung der Kunden und der Einhaltung der Produktionspläne.
Aberdeen bat die Befragten, die Verbesserungen in den obigen Kriterien in Prozent auszudrücken. So erreichen beispielsweise die Firmen, die QAD einsetzten, eine Reduktion der Lagerkosten um durchschnitlich 17,4 Prozent.
Dann errechnete man einen Preis pro Prozent Verbesserung. Die Rangliste, die so errechnet wurde, korreliert fast mit den TCO für die Systeme. Am "billigsten" ist ein Prozentpunkt Verbesserung in den oben erwähnten Punkten bei QAD 233 Dollar, bei Infor 270, bei Lawson 297 während Oracle (326) und SAP (414) signifikant "teurer" abschnitten. (Christoph Hugenschmidt)

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