Wildes Paddeln im Meer der Informationen.

5. Januar 2007, 15:54
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Wer lange sucht, findet oft das falsche.

Wer lange sucht, findet oft das falsche.
Accenture hat in einer kürzlich durchgeführten Studie versucht, herausfinden, wie gut oder schlecht Manager in Unternehmen, vor allem aus den mittleren Kaderstufen, an die für ihren Job notwendigen Informationen herankommen.
Die Antwort ist: Eher schlecht. Gemäss den Angaben der rund 1000 Teilnehmer aus den USA und Grossbritannien verbringen Manager durchschnittlich bis zu einem Viertel ihrer gesamten Arbeitszeit auf der Jagd nach Informationen. Und etwas mehr als die Hälfte der Infos, die sie finden, ist gar nicht relevant. Es gibt sogar mehr Manager (45 Prozent) die es schwierig finden, an interne Informationen heranzukommen, als solche die Mühe haben, Daten über die Konkurrenz zu finden (31 Prozent).
Nur die Hälfte der Manager glaubt darum, dass ihr Unternehmen insgesamt gut darin sei, wichtige Informationen bereitzustellen oder die Informationsbedürfnisse einzelner Abteilungen abzuschätzen.
Informationen zu wenig konsolidiert
Dies hat, neben der verlorenen Zeit, auch noch andere Auswirkungen: Fast 60 Prozent glauben, dass sie kontinuierlich eigentlich wichtige Infos übersehen und 42 Prozent benützt mindestens einmal die Woche aus Versehen eine falsche Information.
Ein Hauptgrund für die aufwendige Suche nach Informationen ist es, dass sie oft nicht zentral gelagert sind. 57 Prozent der Manager sagten, dass sie um Informationen über Kunden, Projekte, Verantwortliche in anderen Abteilungen oder die Konkurrenz zu kommen, im Schnitt drei verschiedene Quellen benützen müssen. Sowohl ein Grund als auch eine Folge davon dürfte die Angewohnheit einer Mehrheit der Manager sein, die für sie selbst wichtigsten Infos nicht allgemein zugänglich, zum Beispiel auf einem Intranet-Portal, sondern auf ihrem PC oder ihrem persönlichen Mail-Account zu speichern.
"Information wird langsam zu einer Last für Leute, die damit arbeiten sollten. Das wird so bleiben, bis Unternehmen ihre Informationsquellen und -Lager einerseits konsolidieren und andererseits besser aufbereiten", kommentiert Greg Todd, ein Experte aus Accentures "Information Management Services"-Bereich. "Wenn sie dies aber tun würden, könnten sie ihren leitenden Angestellten ein gutes Stück ihres Tages 'zurückgeben'."
IT-Manager suchen am verbissensten - das Falsche
Naturgemäss hat Accenture Manager aus verschiedenen Bereichen befragt. Interessant sind auch einige der Unterschiede der Erfahrungen und Einstellungen in diesen Bereichen. So finden Manager aus den IT-Abteilungen, zusammen mit Kollegen aus den Personalabteilungen, am ehesten, dass es schlicht zu viele Informationen gibt. Trotzdem suchen IT-Manager im Schnitt am längsten nach Informationen und beklagen sich am häufigsten, dass die gefundenen Infos wertlos sind.
Leute aus dem Kundenservice bemängeln dafür am ehesten, dass sie Schwierigkeiten haben, Informationen über andere Abteilungen zu finden. Und die, welche eigentlich Kommunikationsexperten sein sollten – die Sales und Marketing-Leute – sind die, die am seltensten neue Kommunikationstechnologien wie Instant Messaging benutzen.
Trotz allem sind es aber letztendlich die Manager aus dem Finanzbereich, die den Informationsmanagement-Bemühungen ihres Unternehmens am kritischsten gegenüber stehen – nur gerade jeder Zehnte glaubt zum Beispiel, dass ihr Unternehmen genug und in die richtigen Technologien investiert hat, um ihnen bei der Informationssuche zu helfen. (Hans Jörg Maron)

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