Will Leonteq mit Supercomputing Börsenkurse vorhersagen?

3. Juli 2020, 13:00
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Das Zürcher Fintech setzt auf Grid-Computing mit Google Cloud. Aber wozu?

Leonteq partnert mit Google Cloud, um unter anderem Grid-Computing-Kapazitäten des Hyperscalers zu nutzen. In einer Mitteilung des Schweizer Fintechs wird darauf hingewiesen, dass Grid-Computing speziell den digitalen Marktplatz für strukturierte Produkte – komplexe Finanzprodukte – unterstützen könne.
Leonteq ist bereits Kunde der Schweizer Region von Google Cloud und dehnt nun die Kernprozesse auf die Cloud aus. Grid-Computing ist "eine Form des verteilten Rechnens, bei der aus einem Cluster lose gekoppelter Computer ein virtueller Supercomputer erzeugt wird".
Supercomputing-Power nicht für die ETH oder Blackrock, sondern für Leonteq? Die Firma zählt rund 500 Mitarbeitende, erzielt 300 Millionen Franken Umsatz und laut Wikipedia-Eintrag ein Transaktionsvolumen von 28,8 Milliarden Franken.
Ein Cloud-Experte zeigt sich auf Anfrage überrascht. Er spekuliert, dass Leonteq beabsichtigen könnte, zusammen mit Google Cloud die Entwicklung von Börsenkursen vorherzusagen. Leonteq verneint dies aber auf Anfrage.
“Die Preisgestaltung von strukturierten Produkten ist rechenintensiv. Wir brauchen eine wichtige Grid-Computing-Farm, um die Preisfindungslast aufzufangen und unseren Kunden konsistent starke Leistungsfähigkeiten bieten zu können”, heisst es von einem Pressesprecher des Unternehmens. Man verbessere nun die Kapazitäten dafür, was weiteres Wachstum und eine Erhöhung des Transaktionsvolumens erlaube.
Produktive Daten werden derweil nach Aussagen des Unternehmens nicht in der Cloud gehostet. Man verwende die Google Cloud für die CPU-intensive Preisgestaltungen.

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