Windows 10: Fenster in die Zukunft

29. Juli 2015, 09:15
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Das neue Betriebssystem kann ab heute bezogen werden

Windows begründete 1985 den Erfolg von Microsoft. Jahrzehntelang spülte der Verkauf von Windows-Lizenzen Milliarden in die Kasse des Softwarekonzerns. Im Jahr 2009 surften laut Statcounter.com noch beinahe 90 Prozent der Benutzer mit Windows-PC durch das Internet. Doch die Konkurrenz wird immer stärker. Auf Smartphones entwickelten sich Apple mit iOS und Google mit Android zu Marktführern. Im PC-Markt konkurrenzieren OS X, Chrome-OS und einfach zu installierende Linux-Varianten den Windows-Markt. Um dem entgegenzutreten, beginnt Microsoft heute mit der Auslieferung von Windows 10. Für die meisten ist es kostenlos und bringt PC, Tablets, Handys, Spielkonsolen und sogar Kleinstrechner einen Technikschub. Tastatur und Maus gibt es nun in Kombination mit Touch- und Sprach-Bedienung.
Wer einen PC mit Windows 7 oder 8 besitzt, kann sich ab heute mit einem Klick auf das Windows-Symbol in der Taskleiste unten rechts Windows 10 reservieren und erhält das Betriebssystem anschliessend bis Ende Jahr geliefert. Die gestaffelte Lieferung soll einer Überlastung der Windows-Server vorbeugen. Für alte Rechner mit Windows XP ist das Update allerdings kostenpflichtig und lohnt sich kaum. Windows 10 wird nämlich auch verkauft, für Private kostet es über 100 Franken, Hersteller können es aber für einige Dutzend Franken auf PC und Tablet vorinstallieren. Windows 10 perfektioniert Ideen von Windows 8 und bietet Neues. Alte Programme von Windows XP funktionieren meist weiterhin. Sehr alte Hardware, wie bejahrte Drucker oder Scanner, können allerdings mangels Treiber Probleme machen.
Während erste Windows-Versionen ausschliesslich mit Tastatur und Maus bedient werden konnten, nutzt die neuste Ausgabe unterschiedlichste Bedienformen. Wie bereits von Smartphones und Tablets gewohnt, lassen sich seit Windows 8 mit einem Touch-Display ausgerüstete Notebooks auch mit der Fingerspitze bedienen. Verbessert hat Microsoft auch das direkte Schreiben auf dem Bildschirm. Insbesondere die von Microsoft selbst hergestellten Surface-Modelle lassen sowohl handschriftliche Notizen als auch Kritzeleien auf Bildern oder Dokumenten zu. Wer die Hände nicht frei hat, kann mit Windows 10 sogar mit seinem Rechner plaudern. Während Apple seine Spracherkennung Siri erst auf Mobilgeräten bietet, hat Microsoft seine Sprachsteuerung Cortana in PCs und Smartphones integriert.
Sprachsteuerung erzählt Witze
Insbesondere Internetsuchanfragen oder einfache Funktionen wie Termineinträge lassen sich einfach per Sprache erledigen und werden von einer Computerstimme bestätigt. Wer will, kann sich von Cortana sogar Witze erzählen lassen. Die Zuverlässigkeit der Spracherkennung reicht aber nicht aus, um komplette Textdokumente zu diktieren. Dank Gesichts- und Fingerabdruckerkennung erlöst Windows 10 auch von Passwörtern. Eine in neusten Notebooks eingebaute 3D-fähige Kamera erkennt, wer vor dem Bildschirm sitzt und ersetzt dann das Anmeldeprozedere. Weiterhin Zukunftsmusik bleibt jedoch die Idee, den PC mit Augenbewegungen oder gar Handgesten zu steuern.
Mit Windows 10 verschmilzt Microsoft die Grenzen zwischen PC, Smartphones, Spielkonsolen und Kleinstrechnern. Auf all diesen Gerätekategorien wird Windows 10 lanciert. Der kleinste Windows-10-Rechner hat noch die Abmessungen eines Plastikfeuerzeuges. Spannend ist der Einsatz von Windows 10 auf Surface-Laptops, bei denen der Bildschirm von der Tastatur gelöst und als Tablet genutzt werden kann. Anders als noch das desaströse Windows 8 erkennt das neue Betriebssystem dank seinem neuen Dienst Continuum automatisch den aktuellen Einsatz und passt die Oberfläche entsprechend an. Wer mag, kann das mit einem Tastendruck auch manuell steuern.
Continuum ermöglicht auch das Verbinden von PC- und Smartphone-Bildschirm. Auf dem grossen Monitor kann man dann etwa komfortabel mit Excel kalkulieren, während auf dem Smartphone-Display die E-Mails aufgelistet werden. Und wer es verspielt mag, kann auf der Spielkonsole Xbox One gestartete Games über den PC-Bildschirm laufen lassen.
Media Center verschwindet
Bei Windows 10 hat Microsoft aber auch einige Funktionen entfernt. So lassen sich inskünftig Film-DVDs nur noch abspielen, wenn man eine zusätzliche Software kauft oder auf kostenlose Player wie VLC umsteigt. Wer seinen PC zum Fernsehen via Antenne verwendete, wird das dazu nötige Media Center vermissen und muss auf Internetdienste wie Zattoo oder Teleboy umsteigen. Vor dem Update empfiehlt sich im Übrigen eine komplette Sicherung des PC. Diese lässt sich mit Windows-Bordmitteln oder kostenlosen Programmen von Drittanbietern bewerkstelligen. (sda/mik)

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