Windows 8 bringt Speichervirtualisierung auf PCs

9. Januar 2012, 03:36
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Auf welcher HD hat's jetzt noch ein bisschen Platz? Darum soll man sich bei Windows 8 nicht mehr kümmern müssen. Interne HDs und USB-HDs können in einen Topf geworfen werden.

Auf welcher HD hat's jetzt noch ein bisschen Platz? Darum soll man sich bei Windows 8 nicht mehr kümmern müssen. Interne HDs und USB-HDs können in einen Topf geworfen werden.
Noch vor zehn Jahren war Speichervirtualisierung ein recht exotisches Konzept, um den Umgang mit Speicherresourcen und den Verwaltungsaufwand für High-end-Speichernetzwerke in Grossunternehmen zu reduzieren. Mit Windows 8 soll die Technologie nun anscheinend auch auf Heim- und Arbeitsplatz-PCs Einzug halten, wie Microsoft-Mitarbeiter in einem ausführlichen Bericht auf dem Windows 8-Entwicklerblog schreiben. Das Feature dürfte vor allem Anwender, die sehr grosse Datenmengen speichern und gleichzeitig keine komplizierte Backupinfrastruktur einrichten wollen, interessieren.
Wer will, kann auch in Windows 8 das traditionelle System mit fixen Harddisks und Partitionen verwenden. Als Alternative wird Windows 8 aber auch die Möglichkeit bieten, Harddisks zu Storage-Pools zusammenzufassen. Die Speicherkapazität des Pools kann man dann auf beliebig viele sogenannte "Storage Spaces" beziehungsweise virtuelle Harddisks, aufteilen. Der User muss sich nicht mehr darum kümmern, auf welcher realen Disk sich ein solcher Space befindet. Umgekehrt kann er auch nicht mehr ohne Zusatzaufwand feststellen, auf welcher Disk genau ein bestimmtes File liegt. Die Disks können zudem nur noch von Windows 8 verwendet werden, an andere Geräte anschliessen kann man sie also nicht. Einen Storage-Pool an einen anderen PC mit Windows 8 anzuschliessen soll dagegen kein Problem sein.
Für einen Pool kann man unterschiedlich grosse und schnelle und auch unterschiedlich angeschlossene Festplatten mischen. Verwendet werden können sowohl externe USB-HDs als auch SATA- oder SAS-HDs. Booten kann man nicht von einem Storage Space aus, aber auch eine freie Partition der Hauptfestplatte soll einem Pool zugeordnet werden können.
Am interessantesten dürfte für viele User sein, dass man die virtuellen Harddisks automatisch mit Sicherungsfeatures versehen kann, um sie wiederherzustellen, wenn eine Harddisk einen Schaden erleidet. Für wichtige Dateien kann man zum Beispiel einen Space komplett spiegeln. Das Speichersystem legt dann automatisch eine dauernd nachgeführte 1:1-Kopie an. Falls zwei oder mehr Harddisks im Pool vorhanden sind, wird die Kopie automatisch nicht auf der gleichen Disk gespeichert, wie das Original. Wer etwas weniger Platz für die Sicherung opfern will, kann auch die Variante "Parity" verwenden. Dabei werden zum Original-Space eine bestimmte Menge von Parity-Daten gespeichert, die zur Wiederherstellung verwendet werden können, falls nicht zu viel vom Original-Space verloren gegenagen ist. Auch hier werden die Sicherungsdaten auf zusätzliche Disks verteilt, wenn das möglich ist. Wieviel zusätzlicher Speicherplatz dafür notwendig ist, wird aus dem Blogbeitrag aber nicht klar.
Ein Pool kann nachträglich mit weiteren HDs erweitert werden. Dank einem dem aus High-end-Speichersystemen bekannten "Thin Provisioning" entsprechenden Feature kann man den Storage Spaces übrigens auch von Anfang an insgesamt wesentlich mehr Speicherplatz zuordnen, als physisch im Pool vorhanden ist. Was das für PC-Anwender bringen soll, ausser dass man sich spätere Erweiterungen der Spaces spart, ist allerdings etwas unklar. Windows 8 warnt, wenn die physische Speicherkapazität knapp wird und es Zeit ist, dem Pool zusätzliche Harddisks zu spendieren. Storage Spaces können wie bereits erwähnt nachträglich vergrössert werden, verkleinern kann man sie später nicht mehr. (hjm)

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