Windows in der Wolke

28. Oktober 2008, 14:44
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Mit guten, alten Rezepten in die Zukunft: "Windows Azure" macht Microsoft zum "Cloud-Computing"-Anbieter. Aber Microsoft bleibt dabei: "Nicht ohne meine Partner".

Mit guten, alten Rezepten in die Zukunft: "Windows Azure" macht Microsoft zum "Cloud-Computing"-Anbieter. Aber Microsoft bleibt dabei: Nicht ohne mein "Ökosystem".
Microsoft zeigt in diesen Tagen seinen Entwickler-Partnern, und damit der Öffentlichkeit, nicht nur erste Vorschauen auf den Vista-Nachfolger "Windows 7" sondern auch auf ein weiteres, ganz anderes Microsoft-"Betriebssystem": "Windows Azure". Microsoft stellt Entwicklern momentan ein limitiertes Community Technology Preview (CTP) der Azure Service-Plattform zum Testen zur Verfügung.
Was soll Windows Azure einmal werden? Azure hat auf den ersten Blick wenig mit einem Betriebssystem zu tun, wie man es als PC-Anwender kennt. Azure wird keine Software sein, sondern eine Dienstleistung: Eine aus Tausenden von Servern in über die Welt verstreuten Microsoft-Rechenzentren sowie der darauf laufenden Software bestehende Plattform, die von Microsoft-Partnern und Kunden über das Internet genutzt werden kann. Partner können "Software-as-a-Service"-Applikationen für Azure entwickeln und darüber vertreiben und Kunden können wählen, ob sie Applikationen noch in eigenen Rechenzentren betreiben oder auf Azure laufen lassen wollen.
Cloud-Plattform für Kunden, Partner und Microsoft selbst
Konzeptionell ist der Vergleich mit dem Betriebssystem aber nicht so weit hergeholt. Früher, so erklärt, Microsofts Chef-Internetstratege Ray Ozzie, schrieben Entwickler Applikationen für PCs, und etwas später kamen Server hinzu. In Zukunft, so Ozzie, werden sie nun auch Applikationen für "das Internet" beziehungsweise das "darauf laufende Betriebssystem Azure" schreiben können. Und zwar mit vertrautem Know-how, sowie Entwicklungstools und Microsoft-Produkten wie .NET, Visual Studio, SQL Server, SharePoint usw. Darüber hinaus bietet Azure als Schlüsselkomponente auch eine integrierte Management-Lösung für diese Applikationen, die sich um Dinge wie Speicherplatz, Performance und Lastverteilung und den ganzen Lebenszyklus einer Anwendung kümmert.
Applikationen für PCs sind meist für individuelle Anwender konzipiert, so Ozzie weiter, und Applikationen für Server – auch in virtualisierten Umgebungen – sind ideal für Anwendungen, die intern im Unternehmen gebraucht werden. Im Internet-Zeitalter nehme aber nun die Wichtigkeit von Unternehmens-Anwendungen zu, die nicht auf Mitarbeiter sondern Aussenstehende abzielen. Dies sei die logische Domäne von Cloud Computing – und natürlich insbesondere Azure wenn es nach Microsoft geht. Mit der Instant-Infrastruktur im Internet mietet ein Anwenderunternehmen automatisch viele Dinge mit, die bei Internet-Applikationen für einzelne Unternehmen schwierig handbar sind, zum Beispiel Skalierbarkeit, immer genügend Bandbreite und hohe und gleichmässige Verfügbarkeit für User auf der ganzen Welt.
Sozusagen als Versicherung für Anwender, dass die Infrastruktur die Versprechungen in Bezug auf Zuverlässigkeit und Kosteneffizienz hält, will Microsoft Azure auch immer mehr für seine eigenen "Software + Services"-Angebote im Internet nutzen, zum Beispiel Microsoft Live und Live Meeting und die Online-Versionen von SharePoint, Dynamics CRM oder Office Communications.
Ein altes Rezept
Nun kommt Microsoft wie so oft ein bisschen spät und ist beileibe nicht mehr der erste Anbieter von Cloud Computing. Ray Ozzie erwähnte zum Beispiel in seiner Rede prominent die Pionierrolle von Amazon. Microsofts Ambitionen sind aber ungleich weitgehender, als die von Amazon.
Und Ozzie erwähnte auch einen alten Leitspruch von Bill Gates: Microsoft geht es gut, wenn es auch seinen Partnern gut geht. Microsoft versucht, nicht nur für sich selbst, sondern auch für "Verbündete", wie die vielen, vielen Softwareentwickler und Microsoft-Experten bei den Unternehmen, einen Weg in die "Wolke" aufzuzeigen. (Hans Jörg Maron)

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