Windows vor dem "Kollaps"?

11. April 2008, 12:32
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Wenn Microsoft nicht das Zügel herumreisst, meinen zwei Gartner-Experten, wird Windows sozusagen unter dem eigenen Gewicht zusammenbrechen.

Wenn Microsoft nicht das Zügel herumreisst, meinen zwei Gartner-Experten, wird Windows sozusagen unter dem eigenen Gewicht zusammenbrechen.
Wie verschiedene US-Medien, zum Beispiel 'SearchCIO" berichten, haben zwei Analysten des Marktforschungsinstituts Gartner ein äusserst düsteres Bild der aktuellen Situation von Windows und damit des Softwareriesen Microsoft gemalt. Die Lage, so Michael Silver and Neil MacDonald sei "unhaltbar" und Windows in seiner gegenwärtigen Form stehe nicht weit vor dem "Kollaps".
Angesichts der weiter anhaltenden Marktdominanz des Windows-Betriebssystems scheinen die zugespitzen Beurteilungen der beiden Analysten vermessen. Einige ihrer Argumente sind allerdings, wenn auch nicht völlig neu, interessant.
Die Hauptprobleme von Microsoft sind gemäss Silver und McDonald die weiterhin schnell wachsende schiere Codemenge von Windows und seine monolithische Struktur. Obwohl Microsoft davon spreche, dass Windows mit Vista nun modular geworden sei, gehe diese Umstellung in Wirklichkeit viel zu wenig weit. Dies erschwere den Entwicklungsprozess mittlerweile so sehr, dass es fast unmöglich geworden sei, in nützlicher Frist neue Windows-Generationen mit wirklichen Innovationen zu entwickeln.
Die Entwicklung von Vista selbst sehen die beiden Analysten als Paradebeispiel für die von ihnen postulierte Malaise. Microsoft musste die meisten seiner ehrgeizigeren Innovationspläne im Laufe der Entwicklung über Bord kippen und zur stabilen Codebasis von Windows Server 2003 zurückkrebsen. Und am Schluss sei ein Produkt enstanden, das trotz der langen Entwicklungszeit und der Verspätung nur graduelle Verbesserungen aufweise. Die Anwender seien so nicht davon zu überzeugen, freiwillig auf das neue OS zu wechseln, wenn sie nicht dazu gezwungen würden.
Auch für die nächste Windows-Generation zeichne sich dasselbe ab, wenn Microsoft sein Konzept nicht grundlegend ändere. Falls es dabei bleibe, so Silver und McDonald, würden schon in wenigen Jahren, vielleicht sogar schon 2010 oder 2011, innovativere Konkurrenzbetriebssysteme und die zunehmende Zahl von OS-unabhängigen Webanwendungen Windows ernsthaft Marktanteile kosten.
Microsoft, so zum Schluss ihr Rat, müsse sich daher unter anderem vom "One Size fits all"-Gedanken verabschieden. Windows müsse modular werden, so dass es wieder einfacher weiterentwickelt und auch ohne Schwierigkeiten für verschiedene Einsatzzwecke - zum Beispiel in Kleingeräten - massgeschneidert werden könne. Auch die generelle Rückwärtskompatibilität sei in dieser Beziehung ein Klotz am Bein von Microsoft. Diese solle in Zukunft, und zwar nur noch im Bedarfsfall, über Virtualisierungsschichten gewährleistet werden. (Hans Jörg Maron)

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