Winoffice als Phönix aus der Asche

17. April 2009, 09:18
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Der Baarer Business-Software-Hersteller Winoffice übernimmt über eine Fusion das Endkundengeschäft der BW2 Gruppe in Lachen.

Der Baarer Business-Software-Hersteller Winoffice übernimmt über eine Fusion das Endkundengeschäft der BW2 Gruppe in Lachen. BW2 stellt einerseits ein Entwicklungsframework namens BusinessWideWeb für moderne, Dot-Net-basierte Geschäftssoftware her, hatte aber auch ein Endkundengeschäft mit einer eigenen Lösung. Nun will sich BW2 auf die Belieferung von Softwareherstellern mit Business-Software-Komponenten konzentrieren und gibt das Geschäft mit Endkunden an Winoffice ab.
Mit der Transaktion stossen zwei Entwickler von BW2 zu Winoffice. Zusätzlich übernehmen die Baarer die Betreuung von ungefähr 80 mittelständischen Kunden wie auch die Rechte am CRM-System von BW2 (BW2 Sales Support System).
Entwicklung einer modernen Lösung geschafft
Für jeden Hersteller von Business-Software ist die Grösse der bestehenden Kundenbasis, die über Wartungs- und Supportgebühren die Weiterentwicklung der Programme finanzieren, entscheidend. Mit der Übernahme der Endkunden von BW2 kann Winoffice diese stärken.
Zudem ist es Winoffice offenbar gelungen, eine neue Version der KMU-Lösung ("Winoffice Prime") zu bauen. Diese hat einige Merkmale von moderner Software. So kann sie als Web-Lösung eingesetzt werden, man kann die Benützeroberflächen über Rollen an einzelne Mitarbeitende anpassen und mittels Dokumentenverwaltung auch Externe (Kunden, Partner) einbeziehen. Ebenfalls in die Lösung eingebunden sind elektronische Kommunikationsmittel (E-Mail) - Winoffice-Anwender können so sogar auf einen teuren und aufwändig zu verwaltenden Mailserver verzichten.
Eine interessante Schweizer Software-Story
Winoffice beschäftigt heute 13 Mitarbeitende und befindet sich vollständig in Besitz der Familie Mercurio.
Die Firma hat eine interessante Geschichte: Winoffice, in den Neunzigern eine einfache Client-Server-Lösung wie es viele gab, ging unter dem seltsamen Namen Complet-e im Oktober 1999 - mitten im New-Economy-Hype - an die Börse. Die Blase platzte aber rasch, Complet-e ging rasch das Geld aus und wurde im November 2000 in einem Reverse-Takeover von Pragmatica, wo der heutige Besitzer von Winoffice, José Mercurio, Teilhaber war, übernommen. Doch auch Pragmatica wurde mit der Börsenkotierung nicht glücklich. 2004 kaufte Mercurio Winoffice aus Pragmatica heraus. Nun - viereinhalb Jahre später - ist Winoffice wieder ein seriöser kleiner Schweizer Software-Hersteller mit einer vernünftigen Kundenbasis und einer modernen Plattform. (Christoph Hugenschmidt)

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