Wir sammeln gar nicht so viele Daten, sagt Windows-Chef

29. September 2015, 14:55
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Immer wieder wurden kritische Stimmen laut, dass das neuste Betriebssystem aus dem Hause Microsoft zu viele Informationen über die Nutzer an das Unternehmen sendet.

Immer wieder wurden kritische Stimmen laut, dass das neuste Betriebssystem aus dem Hause Microsoft zu viele Informationen über die Nutzer an das Unternehmen sendet. Auch hierzulande ist das Thema präsent. So versucht aktuell der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) zu klären, ob die Datenbearbeitungen bei Windows mit dem Datenschutzgesetz vereinbar sind.
Nun äussert sich Windows-Chef Terry Myerson in einem Blogeintrag zu den Vorwürfen und verteidigt die Datensammlung. "Windows 10 sammelt Informationen, damit das Produkt besser funktioniert" und "Nutzer selbst haben die Kontrolle darüber zu bestimmen, welche Informationen gesammelt werden".
Ein Grund für die Datensammlung sei, den Nutzern nach bestimmten Abstürzen "innerhalb von 24 Stunden" einen Fix zukommen zu lassen. Darüber hinaus beteuert Myerson, dass Microsoft keine Inhalte oder Dateien sammle, die die Identifikation eines Nutzers zulassen, etwa Name, E-Mail-Adresse oder Account-ID.
Personalisiertes "Windows-Erlebnis" fordert Datensammlung
Insbesondere die Assistentin Cortana taucht immer wieder als Datensammlerin auf. Wie es im Blogeintrag weiter heisst, können Nutzer bei der Aktivierung von Cortana bestimmen, welche Informationen Microsoft für welche Zwecke sammeln darf. Wie 'The Verge' jedoch hervorhebt, geht Myerson jedoch nicht auf weitere Features ein, die mit Cortana und OneDrive zusammenhängen und auch dann Daten senden würden, wenn sie deaktiviert sind. "Es ist nicht klar, was genau an Microsoft gesendet wird, aber das Unternehmen sollte dies so transparent wie möglich machen", schliesst 'The Verge'.
Ebenfalls häufig kritisiert wurde, dass die Datenschutz-Einstellungen nur umständlich zu finden seien. Ausserdem seien die Default-Einstellungen so, dass die Datenübertragung meist zugelassen werde. Das heisst Nutzer müssen sich aktiv um den Schutz ihrer Daten bemühen, kritisiert etwa 'TechRepublic'.
"Wir möchten ein individualisiertes Windows-Erlebnis schaffen", so Myerson im Blogeintrag weiter. Dies geschieht etwa durch personalisierte News, empfohlene Apps oder auch die Auto-Vervollständigung bei der Texteingabe. Damit dies funktioniert, müssen einige Daten gesammelt werden. Aber auch hier betont der Windows-Chef, dass Nutzer die Einstellungen anpassen können. Ausserdem betont er, dass weder Windows 10 noch andere Microsoft-Software den Inhalt von E-Mails oder von Dateien durchsuche, um personalisierte Werbung zu schalten. Und dies unabhängig von den Datenschutzeinstellungen. Ein offensichtlicher Seitenhieb gegen Google, Facebook, Apple und Co. (kjo)

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