Wird Ciscos Intercloud die "Cloud des Channels"?

2. Oktober 2014, 14:51
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30 neue Partner, darunter grosse Fische wie BT, T-Systems und die Distis Tech Data und Ingram Micro.

30 neue Partner, darunter grosse Fische wie BT, T-Systems und die Distis Tech Data und Ingram Micro.
Cisco hat vor rund einem halben Jahr seine "Intercloud" lanciert. Als global verteilte "Cloud-der-Clouds" soll die Intercloud sowohl von Partnern als auch Cisco selbst betrieben werden und deren Cloud-Angebote und -Ressourcen verbinden. Intercloud-Partner sollen die Cisco-Technologie benützen, um eigene Cloud-Services aufzubauen und ihren Kunden gleichzeitig auch Services von Cisco selbst und anderen Intercloud-Partnern anbieten zu können. Die Intercloud, so hofft Cisco, könnte damit eine ernsthafte Konkurrenz zu "monolithischen" Infrastructure- und Platform-as-a-Service-Angeboten von Amazon, Google, Microsoft, IBM und Co. werden - und damit auch zu einer Chance für den Channel, sich ein grösseres Stück vom Cloud-Kuchen abzuschneiden.
Die Idee scheint zumindest bei grösseren Channel-Playern auch Anklang zu finden. Wie Cisco meldet, haben mehr als 30 neue Unternehmen ihre Absicht bekundet, Intercloud-basierte Services aufzubauen. Darunter befinden sich die beiden grossen europäischen Telcos BT und Deutsche Telekom, RZ-Betreiber wie Equinix, die Distis Ingram Micro, Tech Data und Comstor sowie Provider und IT-Dienstleister wie Steria, NTT Data, Wipro oder Dimension Data.
Die Distis werden laut Cisco als "Cloud-Aggregatoren" einheitliche Lösungen für Channel-Partner anbieten, damit diese Cloud-Services wiederverkaufen können.
Die Deutsche Telekom beziehungsweise deren Tochter T-Systems wird laut Cisco Intercloud-Knoten in ihren deutschen RZs aufbauen, und darauf basierend "deutsche und europäische Cloud-Lösungen" entwickeln, welche die lokalen Datenschutzstandards berücksichtigen. T-Systems verwende dafür OpenStack, Ciscos Intercloud Fabric und Application Centric Infrastructure (ACI) sowie Nexus 9000-Switches.
BT will laut Cisco Intercloud-Knoten in seinen RZs in zwanzig Ländern aufbauen und einen Mix von eigenen Services und Cisco-Services zusammenstellen. Der RZ-Betreiber Equinix will Kunden sichere Direktanbindungen an Intercloud-Ressourcen anbieten.
Einige Integratoren wie Dimension Data wollen als "Intercloud Builder" für Kunden Intercloud-fähige Private Clouds bauen.
Eine Milliarde Dollar für Intercloud-Finanzierung
Gleichzeitig mit den neuen Intercloud-Partnern hat Cisco den Launch zweier eigener Services, Security und Cloud VPN, angekündigt. Als Teil der Evolved Services Platform können sie von Partnern weiterverkauft werden. Laut Cisco sollen sie Cloud-Provider insbesondere dabei helfen, das Marktpotential kleiner und mittelständischer Unternehmen zu nutzen.
Ciscos Finanzarm Cisco Capital wird zudem rund eine Milliarde Dollar bereitstellen, um Partner und Kunden bei der Finanzierung von Intercloud- und anderen "Cisco Powered Cloud"-Projekten zu helfen. Dies umfasse vor allem Projekte mit Cisco ACI, Technologie-Migrationen sowie flexible Vergütungsstrukturen, erklärt Cisco.
Die vollständige Liste der neuen Intercloud-Partner umfasst neben den genannten Unternehmen Adapt, ANS Group, CGI Group, Cirrity, CTI, Ethan Group, Infront Systems, LightEdge Solutions, LG CNS, Logicalis, Long View, Netelligent, NWN, OneNeck IT Solutions, OnX Managed Services, Peak 10, Presidio, Proxios, PT Portugal/Oi, Quest Media and Supplies, Virtustream, Forsythe Technology, Presidio und World Wide Technology. Insgesamt erweiteret sich die Intercloud damit laut Cisco um 250 zusätzliche Rechenzentren in 50 Ländern. (hjm)

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