Wörter und Unwörter des Jahres 2020

24. November 2020, 14:18
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Von "unmute" bis "Zoombombing": Covid-19 und neue Arbeitsformen haben unsere Sprache mitgeprägt. Wir suchen das ICT-Unwort des Jahres.

Anstatt ein "Wort des Jahres" zu küren, haben die Herausgeber des Oxford English Dictionaries "Worte eines beispiellosen Jahres" gewählt. 2020 sei kein Jahr gewesen, das sich mit einem Wort beschreiben lasse, erklären die Sprachwissenschaftler. Stattdessen sei ein Bericht entstanden "über die phänomenale Breite der sprachlichen Veränderungen und Entwicklungen im Laufe des Jahres".
Die Sprache wurde dieses Jahr unter anderem vom Klima und der Black-Lives-Matter-Bewegung geprägt, aber vor allem auch von Covid-19. Die Verwendung der Begriffe wie Pandemie, Lockdown oder Superspreader sei im analysierten Datensatz markant gestiegen, so Oxford Languages.
Im Zusammenhang mit der Coronapandemie steht auch das Thema "Remote Work", das Arbeiten aus der Ferne. Auch wenn sich der Report der englischen Sprache widmet, lassen sich die Ergebnisse wohl auch auf den deutschen Sprachraum anwenden.
Die Verwendung des Wortes "remote" nahm im März 2020 sprunghaft zu. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Nutzung um 300%, so der Bericht. Vor allem zeigt sich auch eine deutliche Veränderung, was die Nutzung im Kontext anbelangt. Wurde es vergangenes Jahr verwendet, um beispielsweise ein abgelegenes Dorf oder eine Insel zu beschreiben, spreche man heute von entferntem Studieren, Lernen, Arbeiten und Abstimmen.
Die Arbeit im Homeoffice bringt eine Reihe neuer technischer Herausforderungen mit sich. Das Wort "unmute" (die Stummschaltung zu deaktivieren) war vor März dieses Jahres relativ selten. Es verzeichnete anschliessend einen Anstieg um 500%, während Angestellte weltweit ihren Arbeitsalltag virtuell bestreiten. Ähnlich sieht es laut der Analyse mit "mute", also stummschalten aus.
Somit dürfte es auch nicht überraschen, dass Zoom einen Einfluss auf unsere Sprache hatte. So sei plötzlich von "Zoom-freundlicher" Kleidung die Rede: Hemd mit Jogginghose, oder von Zoombombing: das Stören von Zoom-Konferenzen.
Die weite Verbreitung des Dienstes Zoom zeigt weiteren Einfluss auf die Sprache. Während das Wort im vergangenen Jahr noch im eigentlichen Sinne verwendet wurde, etwa bezogen auf den Zoom einer Kamera, kam der Begriff 2020 vor allem dann zum Einsatz, wenn von der Videokonferenzplattform gesprochen wurde. Statt von optischem Zoom wird nun überwiegend von Zoom-Meetings oder -Konferenzen gesprochen.

Was ist Ihr ICT-Unwort des Jahres?

Wir wollen wissen, was Ihnen in diesem aussergewöhnlichen Jahr in der ICT-Welt aufgefallen ist. Welche Worte aus dem Tech-Umfeld ärgerten, verblüfften, verwirrten oder langweilten Sie? Was sollte man 2021 aus dem Wortschatz ganz einfach streichen und vergessen?
Welche Worte oder Formulierungen aus der Technologie-Welt erfüllen Ihrer Meinung nach eine dieser Kriterien:
  • ein reiner Technologie-Hype
  • eine verschleiernde oder irreführende Formulierung
  • eine unangemessene Vereinfachung
  • eine wacklige Begriffsdefinition und so weiter.
Die Jury – die Redaktion von inside-it.ch/inside-channels.ch – wird die drei meistgenannten Begriffe im Dezember in einem grossen Finale zur Online-Wahl stellen.

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