Wohin mit den Swisstopo-Daten?

12. Dezember 2013, 14:14
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Amazon wurde für das Bundesamt für Landestopografie zu teuer.

Amazon wurde für das Bundesamt für Landestopografie zu teuer.
Das Bundesamt für Landestopografie Swisstopo hat viele Daten zu verwalten. Zuletzt lagerten bis zu 55 Terabyte auf Amazon-Servern in Irland. Seit 2009 verwendet das Bundesamt Amazon Web Services (AWS). Damals sei Amazon der einzige Anbieter gewesen, der ein passendes Angebot hatte, erklärt Hanspeter Christ, IT-Projektleiter bei Swisstopo, im Gespräch mit inside-it.ch. Das soll sich aber schon sehr bald ändern. Bereits im nächsten Jahr will Swisstopo mit einer WTO-Ausschreibung einen neuen Anbieter finden, sagt Christ.
In der Zwischenzeit hat Swisstopo die Kosten bei Amazon mit Hilfe des Cloud-Storage-Providers Zadara massiv gesenkt. Die bisherigen Kosten lagen bei rund 5'000 Franken pro Monat, sagt Christ. Mit dem Storage-as-a-Service-Angebot von Zadara konnte der Preis halbiert werden. Aber nicht nur der Preis sei besser, sondern auch die Flexibilität wurde so gesteigert, erklärt der IT-Projektleiter.
Mit dem Entscheid, zu Zadara zu wechseln, werden auch die Daten verschoben. Die Swisstopo-Daten liegen nun im Equinix-RZ, bleiben aber dank der dedizierte Netzwerkverbindung 'AWS Direct Connect' mit dem Amazon-RZ verbunden. Zadara-Kunden können auf gemietete Speicherkazitäten als traditionelle SAN- oder NAS-Speicher zugreifen, was Interoperabilitätsprobleme verringern soll. Für Zadara-Kunden entfallen zudem gewisse Restriktionen zum Beispiel bezüglich der maximalen Grösse von Volumes, wie sie bei AWS existieren. Um diese Restriktionen zu umgehen und gleichzeitig eine hohe Verfügbarkeit zu erreichen, musste Swisstopo bisher identische Daten teilweise viele Male replizieren und auf multiplen Volumes speichern. So wurde die eigentliche Datenmenge von rund 10 Terabyte auf die genannten rund 55 Terabyte "aufgeblasen".
Der Probedurchgang ist nun abgeschlossen. Das Ziel sei, dass rund 5 Terabyte weiterhin bei AWS und 5 Terabyte beim jungen US-Unternehmen Zadara in der Cloud sein sollen. Denn dank der Technologie konnte der Speicherplatz massiv verkleinert werden. Die Daten sollen in den nächsten drei Monaten Cluster für Cluster migriert werden, sagt Christ. (Linda von Burg)

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