x.days: Die Partykritik

28. September 2007, 16:27
  • kolumne
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Und hier noch unsere Freitagabend-Nachricht

Und hier noch unsere Freitagabend-Nachricht
Wir werden nicht müde, unser Motto zu wiederholen: "Das Wichtigste ist die Party". Entsprechend gehört "hochbezahlt herumsaufen" - wie es vor langer Zeit mein Ex-Verleger in der ihm eigenen undiplomatischen Direktheit formuliert hat - zu meinen Kernkompetenzen. Zwecks Auslebung der Kernkompotenzen reisten wir diese Woche also sogar vom peripheren Zürich ins zentrale Interlaken (die Frage von Peripherie und Zentrum ist eben immer eine des aktuellen Standorts - Herr K. aus I. hat da schon recht) an die alljährliche, von Microsoft, HP und Orange organisierten x.days, wo sich bekanntlich die Entscheidungsträger nur so auf den Füssen herumstehen.
Die Entscheidungsträger dürfen sich jeweils am ersten Abend der x.days nach einem langen Tag mit vielen Vorträgen, die helfen, die Entscheidungen ("Ja, ich kaufe Microsoft-Software auf HP-Computern") nicht nur zu tragen, sondern auch zu fällen, vom Entscheidungtragen an einer Party erholen. Die letztjährige ist unterdessen schon Legende, denn es gab nix zu essen. Die diesjährige war viel besser, weil etwas weniger hochgestochen (man musste fürs Essen anstehen, dafür gab es auch welches) und ausserdem auch nicht in irgendeinem Hangar, der nicht mal mehr für die Schweizer Armee gut genug ist, sondern gleich im Kursaal Interlaken. Vor der Party gab es aber noch ein denkwürdiges Podium mit Roger de Weck (Vielschreiber), Bruno Franzen (Vielgründer), Ulrich Gygi (Pöstler), Professor Heckl (Nano-Spezialist) und Überraschungsgast Peter Révai (was, den kennen Sie nicht?). Révai entzückte uns mit der glänzenden Analyse: "Ich habe keine Möglichkeit, diesen Spam von mir zu befreien."
Nachher hatten wir dann also definitiv eine Party verdient... Zwei gut gefüllte Säle, Mineralwasser und so à discrétion, interessante Leute, nur: Was tun Männer, wenn Sie eine Party feiern sollen, es aber nur verhältnismässig wenig Frauen hat? Richtig: Sie rauchen Zigarren und tratschen. Also wurde fröhlich geraucht, was es das Zeugs hält und noch fröhlicher getratscht und getratscht und get... Bis irgendjemand bei Microsoft das Treiben zu bunt wurde und eine viel zu laute Band auf die Bühne holte, die die Leute rasch in den nächsten Saal vertrieb. Dort tratschten wir weiter, machten zwischendurch sogar ernsthaft Geschäfte (hoffentlich weiss P. von dieser riesigen Firma noch, was er mir versprochen hat...) und hörten erst auf, als wir nur noch zu zweit waren. In der edlen Hotelbar des noch edleren Victoria Jungfrau ging es dann weiter. Wir tratschten noch ein bisschen... so dass ich die ganzen Erkenntnisse über das richtige Führen ("Siege gestalten") aus den Vorträgen vom nächsten Morgen doch glatt verpasste.
Momol, Microsoft, HP und Orange. Partys machen könnt ihr. Es war lustig. (Christoph Hugenschmidt)
(Foto: Der Schreibende (r) mit Peter Arnet von Kyocera Schweiz. So sieht es aus, wenn Journis knallhart recherchieren.)

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