Xerox Schweiz digitalisiert sich selbst

2. September 2015, 14:21
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Der Printing-Dienstleister und -Hersteller ist umgezogen und führt das "papierarme" Büro ein.

Der Printing-Dienstleister und -Hersteller ist umgezogen und führt das "papierarme" Büro ein.
Xerox-Mitarbeitende haben kein Büro und auch kein eigenes Pult mehr. Denn Xerox Schweiz ist von Kloten nach Glattbrugg umgezogen und hat damit nicht nur die Bürokosten um mehr als 50 Prozent reduziert, sondern gleichzeitig auch die individuellen Arbeitsplätze abgeschafft. Für die 143 Xerox-Mitarbeitenden gibt es nun noch 103 Arbeitsplätze.
Nicht gezügelt hat Xerox die Aktenschränke, wie Projektleiter Manfrd Lutz heute Morgen an einem Kundenanlass in Glattbrugg erzählte. Ausgerechnet der US-Technologiekonzern, der mit der Erfindung der Fotokopierer Mitte letztes Jahrhundert die weltweite Büro-Papierflut ausgelöst hat, digitalisiert möglichst viele Geschäftsprozesse. Vom "papierlosen Büro" wolle er nicht reden, so Xerox-Schweiz-Chef Kaspar Tappolet heute in einem kurzen Gespräch mit inside-channels.ch. Er bevorzuge den Begriff "papierarm". Wie auch immer: Xerox hat Papierarchive abgeschafft und Prozesse unter anderem mit dem Einsatz der eigenen Software, die unter dem Namen Digital Alternatives vermarktet wird, digitalisiert. Die "Papierarmut" lässt sich quantifizieren: Vor dem Umzug hat Xerox Schweiz 2,6 Tonnen Papier entsorgt, so Lutz. Ausserdem hat der Drucker-Anbieter die Zahl der in den neuen Büros installierte Drucker von 11 auf 6 reduziert.
Das Umzugsprojekt hat Xerox Schweiz übrigens in Windeseile durchgezogen. Es wurde am 7. April angestossen, am 24. April wurden die neuen Mietverträge unterzeichnet und Mitte Juni kamen bereits die Zügelmänner.
Mehr BPO, mehr Marktanteile
Tappolet betonte gegenüber inside-channels.ch, der Umzug von Kloten nach Glattbrugg sei nicht mit Stellenabbau verbunden gewesen. Xerox Schweiz erzielt heute über 50 Prozent des Umsatzes mit Services und will insbesondere das BPO-Geschäft, in dem Xerox den Kunden ganze Geschäftsprozesse abnimmt, ausbauen, so der Xerox-Schweiz-Chef. Ein Beispiel ist Roche. Xerox erledigt für den Pharmakonzern alle Prozesse in Zusammenhang mit Drucken und Druckern, so zum Beispiel auch die Registrierung der Mitarbeiter-Smartcards.
Xerox Schweiz wolle seinen Marktanteil ausbauen und Hardware bleibe dafür wichtig, so Tappolet. Er erwähnt das Geschäft mit Printing-Dienstleistern, in dem es immer wieder auch neue Geschäftsfelder gibt. So ist Xerox der Lieferant des grössten Players im Business mit Fotobüchern, so Tappolet. (hc)

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