.xxx njet: Internet-Pornodomäne definitiv abgelehnt

30. März 2007, 15:03
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    Die Internet-Verwaltung ICANN hat sich heute bei einer Konferenz in Lissabon gegen die Einführung eines "virtuellen Rotlichtbezirks" unter der Top-Level-Domain ".

    Die Internet-Verwaltung ICANN hat sich heute bei einer Konferenz in Lissabon gegen die Einführung eines "virtuellen Rotlichtbezirks" unter der Top-Level-Domain ".xxx" ausgesprochen. In der Endabstimmung entschieden die ICANN-Verantwortlichen mit neun zu fünf Stimmen bei einer Enthaltung gegen den Porno-Zankapfel. Das Rotlichtviertel im Web ist somit endgültig vom Tisch.
    Die xxx-Domain wurde bereits vor einigen Jahren vorgeschlagen. Anfänglich deutete vieles auf eine Einführung bis Ende 2005 hin, die ICANN gab damals noch grünes Licht Daraufhin schalteten sich aber Politiker und konservative Kreise mit massiver Kritik ein. Die Vergabe der Verwaltung der xxx-Domain wurde aufgeschoben, "um Ängste zu zerstreuen".
    Durch eine eigene Domain für pornographische Inhalte könnten der Online-Pornoindustrie ähnliche Standards aufgezwungen werden wie im Filmbereich, so die Argumente der Befürworter. Dadurch sei eine Beschränkung des Zugangs zum Schutz von Kindern einfacher umsetzbar. Zu den Kritikern des Vorschlages gehören sowohl strikte Pornographie-Gegner als auch Pornoanbieter. Letztere fürchten genau die oben genannten Beschränkungs und Filtermöglichkeiten. Allerdings lehnte die ICANN schon zu Beginn jegliche inhaltliche Kontrolle ab.
    Vom Governmental Advisory Committee der ICANN wurden vor allem Vorschläge zur Zugangsbeschränkung für Minderjährige und Möglichkeiten, den Zugang zu illegalem und anstößigem Material zu blockieren, vermisst. Die ICANN-Verantwortlichen befürchteten, dass die ICANN durch die Zulassung einer solchen Domain zur Zensurstelle werden könnte. Die ICANN müsse sich jedoch eine Content-neutrale Haltung bewahren, es könne nicht in ihrem Verantwortungsbereich liegen, zu entscheiden, was pornographisch sei und was nicht. Dies müsse durch lokale und nationale Gesetze geregelt werden. (pte)

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