Yahoo verscherbelt sich

3. Februar 2016, 09:49
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Schon seit geraumer Zeit kursieren Gerüchte über Yahoo.

Schon seit geraumer Zeit kursieren Gerüchte über Yahoo. Man sprach von einem möglichen Verkauf einzelner Sparten. Nun macht der kriselnde Konzern ernst: 15 Prozent der Stellen fallen weg.
Der Abbau geht mit der Schliessung der Yahoo-Büros in Madrid, Mailand, Dubai, Buenos Aires und Mexiko-Stadt einher. Aus der Schweiz hat sich der Konzern schon vor rund zwei Jahren zurückgezogen. Zum Ende dieses Jahres will der Konzern nur noch 9000 Mitarbeiter und 1000 externe Angestellte haben. Damit wäre die Belegschaft 42 Prozent kleiner als noch im Jahr 2012, betonte Yahoo. Der Abbau solle 400 Millionen Dollar pro Jahr sparen.
Milliardenverlust
Yahoo steckt tief in den roten Zahlen. Ein gewaltiger Firmenwertabschreiber in Höhe von 4,46 Milliarden Dollar setzt Yahoo zu. Der Umsatz betrug für das Geschäftsjahr 2015 4,97 Milliarden Dollar. Daraus resultierte ein Verlust von 4,64 für das Gesamtjahr.
Im letzten Quartal setzte das Unternehmen mit 1,27 Milliarden Dollar gerade einmal 1,6 Prozent mehr um als im Vorjahresquartal, doch musste Yahoo im vierten Quartal 2015 einen Verlust von 4,7 Milliarden Dollar verbuchen. Mitunter Schuld am Verlust waren die Abschreiber in Nord- und Lateinamerika sowie bei der 2013 übernommenen Plattform Tumblr.
Verkauf von Unternehmensteilen
Nun soll Yahoo Bereiche loswerden, die nicht zum Kerngeschäft gehörten, hiess es. Das könnten etwa einige Patente und Immobilien sein. Dies solle bis Jahresende eine bis drei Milliarden Dollar einbringen.
Der Yahoo-Verwaltungsrat werde "strategische Vorschläge" prüfen, hiess es weiter. Schon seit einigen Monaten wurde über einen möglichen Verkauf spekuliert. Yahoo tut sich auch unter CEO Marissa Mayer schwer mit der zentralen Frage, an der schon mehrere ihrer Vorgänger scheiterten: Wie münzt man die Reichweite von mehreren hundert Millionen Nutzern in ein profitables Geschäft um? Zu Mayers Antwort gehörte der Ausbau des Mediengeschäfts mit Investitionen in Themen-Websites und Video-Inhalte.
Jetzt soll es bei Yahoo drei Plattformen geben: Suche, Mail und Tumblr. Bei den Medienangeboten setzt der Konzern auf vier Themen: Nachrichten, Sport, Finanzen und Lifestyle. Deutschland wurde neben USA, Kanada, Grossbritannien, Hongkong und Taiwan zu den "Wachstumsmärkten" für Yahoo gezählt.
Weiterhin überlegt werde, wie sich Yahoo am besten vom verbliebenen Anteil an der chinesischen Handelsplattform Alibaba trennen könne. Der ursprüngliche Plan war, den Alibaba-Anteil von 15 Prozent abzustossen und den Erlös an die Aktionäre auszuschütten. Doch auch kurz vor dem geplanten Abschluss der Transaktion Anfang 2016 blieb unklar, ob sie steuerfrei umgesetzt werden kann.
Der aktuelle Plan seit Anfang Dezember ist, statt des Alibaba-Anteils nun das bisherige Internet-Kerngeschäft in eine neue Firma auszulagern. Dabei könnten zwei börsennotierte Unternehmen entstehen. Gehören würde die neue Firma den bisherigen Yahoo-Anteilseignern. (kjo/sda)

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