Zahl der ICT-Lehrabgänger auf Rekordniveau

7. August 2013, 12:16
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2500 junge Menschen haben soeben ihre ICT-Lehre abgeschlossen. Ebenso viele dürften soeben damit begonnen haben.

2500 junge Menschen haben soeben ihre ICT-Lehre abgeschlossen. Ebenso viele dürften soeben damit begonnen haben.
Ende Juli endete für 2500 junge MediamatikerInnen, InformatikerInnen und InformatikpraktikerInnen die Grundbildung, das heisst die Lehre. Rund zwei Drittel wird dem Markt zur Verfügung stehen, ein Drittel oder rund 900 von ihnen werden im Herbst ein Studium an einer Fachhochschule aufnehmen und dann in drei Jahren als "Informatik-Bachelor" abschliessen. In diesen Tagen starten bereits die Neuen mit der Ausbildung - es dürften ebenso 2500 sein.
Deutlich mehr GrundbildungsabsolventInnen
Die unzähligen Appelle an die Wirtschaft haben Früchte getragen. Erstmals hat die Anzahl der GrundbildungsabsolventInnen deutlich zugenommen. Das war einerseits dank der Zunahme an Lehrstellen im Jahr 2009 möglich, insgesamt haben damals 2330 SchulabgängerInnen eine ICT-Laufbahn in Angriff genommen. Zu einem tüchtigen Sprung nach vorne haben auch die zweijährigen Bildungswege für Maturanden (way-up) und für Berufsumsteiger ("Lehre für Erwachsene") beigetragen. Im Kanton Zürich alleine waren es über 200. Weil die Lehrlinge einen Lehrvertrag mit ihrem Betrieb und dem Kanton haben, ist genau bekannt, wie viele die Grundbildung beginnen. Nicht so bei den Umsteigern, weshalb diese immer erst beim Abschluss zählen und deshalb statistisch gesehen mehr Leute abschliessen, als zuvor die Ausbildung begonnen haben.
Betrachtet man die Qualität der Abschlüsse, kann man zuversichtlich in die Zukunft schauen. Es ist auffallend, wieviele mit Noten von 5.3 und mehr abgeschlossen haben - vor allem bei der zweiwöchigen Facharbeit, dem Praxisbeleg der Ausbildung. Noten von 5.9 sind wirklich keine Seltenheit. Zu erwähnen ist, dass zwei der drei Informatiker an der WM in Leipzig eben auch gerade die Lehre abgeschlossen haben - darunter der Silbermedaillengewinner und Vizeweltmeister Jonas Wälter.
Aus interner Befragung ist bekannt, dass 45 Prozent der MediamatikerInnen gleichzeitig mit der Grundbildung die Berufsmaturität erwerben. Im gleichen Rahmen bewegt sich der Anteil bei den generalistisch ausgebildeten und bei den ApplikationsentwicklerInnen. Bei den SystemtechnikerInnen liegt der Anteil bei 25 Prozent. Weitere 15 Prozent geben an, diese nach der Lehre nachzuholen. Womit das Potential für ein Studium an einer Fachhochschule bei etwa 50 Prozent liegt. Die Bachelor-Studiengänge der Fachhochschulen bauen auf der beruflichen Grundbildung auf. Da heute am Markt viele "Informatik-Bachelors" gesucht werden, ist es auch wichtig, dass möglichst viele GrundbildungsabsolventInnen diesen Weg gehen.
Mehr ApplikationsentwicklerInnen dringend nötig
In diesem Jahr haben knapp 300 MediamatikerInnen abgeschlossen. Bei den Informatik-Fachrichtungen sind 32 von 100 ApplikationsentwicklerInnen, 36 Prozent SystemtechnikerInnen und 8 Prozent SupporterInnen respektive InformatikpraktikerInnen. Weitere 24 Prozent haben die generalistische Ausbildung abgeschlossen (Mix aus Applikationsentwicklung und Systemtechnik), der Hauptteil in der Romandie, wo die schulische Grundbildung ohne Betriebseinsatz üblich ist und vor allem als Zulieferer für die höheren Fachschulen oder Fachhochschulen dient.
Nachdem in Stelleninseraten im Internet zwei von drei ausgeschriebenen Stellen zur Applikationsentwicklung zählen, spiegelt der Ausbildungsstand nicht die Marktbedürfnisse. Knapp 700 ApplikationsentwicklerInnen jährlich auf ein Berufsfeld von rund 100'000 dieser Zunft sind deutlich zu wenig - 7 Promille Nachwuchssicherung sind ein Tropfen auf einen heissen Stein. 5000 müssten es sein, um den Berufsstand zu halten. Dass Lehrabgänger prächtige Entwickler sind, wurde an der Berufsweltmeisterschaft zur Genüge belegt.
Lehrstart 2013 – Anzeichen wecken Hoffnung
Während der normale Lehrbeginn je nach Betrieb zwischen dem 2. August und dem Schulbeginn startet, gehen noch täglich neu erstellte Lehrverträge ein - wirklich abgeschlossen ist dieser Markt erst Ende September. Entsprechend lassen sich heute erst Hochrechnungen anstellen. Es ist zu erwarten, dass gegenüber dem Vorjahr wiederum mit einem leichten Anstieg gerechnet werden darf. Waren es damals insgesamt 2360 (ohne IMS, Umsteigerlehrgänge etc.), dürften es dieses Jahr 2500 neue Lernenden sein, die ihre Mediamatik- oder Informatik-Grundbildung aufnehmen. (Alfred Breu, Vizepräsident ICT-Berufsbildung Schweiz/mim)

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