Zahlreiche Cyberattacken auf Schweizer Verwaltungen

8. Dezember 2011, 13:41
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Weniger Spam, dafür massiv mehr gezielte Angriffe auf IT-Systeme, so beurteilt Symantec die Schweizer Lage im November 2011.

Weniger Spam, dafür massiv mehr gezielte Angriffe auf IT-Systeme, so beurteilt Symantec die Schweizer Lage im November 2011.
Der Symantec Intelligence Report für November 2011 liegt vor und zeigt für die Schweiz ein erhebliches Wachstum im Bereich verseuchter E-Mails. Zwar konnte die Menge an Spam seit Januar 2011 verringert werden, jedoch schossen die gezielten Angriffe auf IT-Systeme um das Vierfache in die Höhe. Hierzulande werden täglich durchschnittlich 94 Attacken abgewehrt. Zum Vergleich: In den USA blockt man täglich nur eine Attacke ab, Japan schlägt sich nur alle neun Tage mit einem gezielten Angriff herum.
Vor allem der Schweizer Sektor "Öffentliche Hand" stand 2011 im Visier der Angreifer: 20,5 tägliche gezielte Angriffe wurden hier geblockt. Der zweite Platz geht an die Chemie- und Pharma-Industrie mit 18,6 täglich geblockten Angriffen und die "Bronzemedaille" bekommt der produzierende Sektor mit 13,6 Angriffen. Konkret gehe es den Übeltätern ums Abzwacken von Know-how, stehlen von geheimen Informationen sowie das Lahmlegen eines Unternehmens – wie der Fall Stuxnet zeigt, sagt Frank Thonüs, Chef von Symantec Schweiz.
Erfreulich sei aber der Rückgang von Spam-Mails: Vor drei Jahren lag die Spam-Rate bei 68 Prozent aller verschickten Mails, was zu einer dramatischen Situation führte. Dieses Jahr erreichte man den niedrigsten Stand, weil die Angreifer längst nicht mehr im klassischen Mailverkehr aktiv sind, sondern sich lieber in den sozialen Kanälen herum treiben. Besonders der Bereich "Arzneimittel" profitiert von einem Spamrückgang von 31.7 Prozent innerhalb eines knappen Jahres.
Weitere Ergebnisse im Überblick
Spam: Statistisch gesehen handelt es sich im Durchschnitt um eine Spam-Nachricht pro 1,42 E-Mails. Der weltweite Anteil an Spam-Nachrichten im E-Mail-Verkehr liegt im November bei 70,5 Prozent, dies entspricht 3,7 Prozentpunkten weniger als noch im Oktober.
Phishing: Zwischen Oktober und November erhöhten sich die Phishing-Aktivitäten in der Schweiz nur gerade um 0,04 Prozentpunkte. Hinter einer von 302 E-Mails verbarg sich demnach ein Phishing-Versuch.
Per E-Mail verbreitete Angriffe: Gegenüber Oktober verzeichnete der November eine geringe Abnahme von 0,03 Prozentpunkten. 40,2 Prozent der Malware, die per E-Mail versendet wurden, beinhalteten Links zu bösartigen Webseiten.
Malware-Gefahren beim Surfen im Internet: Symantec spürte täglich 4915 Webseiten auf, über die Malware oder andere Programme wie Spyware und Adware ins Netz gestellt wurden. Dies bedeutet eine Zunahme von 47,8 Prozent gegenüber dem Vormonat.
Endpoint-Bedrohungen: Die häufigste geblockte Malware in diesem Monat war der WS.Trojan.H., der generische auf Cloud-basierende Virus befällt Dateien. Die befallenen Dateien bergen ein Sicherheitsrisiko für den Benutzer, wie Symantec sagt, und werden darum geblockt, bevor sie auf den Computer gelangen. (hal)

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