Zeitenwechsel beim Reseller: Die Cloud ist da

13. Juli 2016, 08:36
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Der Juni war besser als der Mai, aber das Jahr 2016 bleibt bleibt für Reseller schwierig.

Das Jahr 2016 bleibt weiter unruhig. Der ICT-ReSeller-Index Juni steht zwar mit 79 Punkten und einem Plus von 19 Prozent gegenüber dem sehr schlechten Mai wieder besser da. Jedoch bleibt auch der Juni mit 90 Punkten um 12 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die kumulierte Differenz zum Vorjahr scheint sich nun bei rund minus 15 Prozent einzupendeln. Im 2015 betrug diese Lücke nach den ersten sechs Monaten "nur" minus sieben Prozent zum Vorjahr 2014. Diese Zahlen lassen darauf schliessen, dass sich der generell negative Trend im Fachhandel beschleunigt hat.
Bei Betrachtung der Produktkategorien wird deutlich, woher der Rückgang beim Reseller kommt. Die grösste Produktkategorie "Computer" machte beispielsweise im Dezember 2014 bei ICT-Resellern noch durchschnittlich 42 Prozent des Umsatzes aus. Heute ist die Kategorie mit 34 Prozent nur noch für rund einen Drittel des Geschäftsvolumens verantwortlich. Die kumulierte Lücke für die Produktkategorie "Computer" beträgt für das erste Halbjahr 2016 im Vergleich zur ersten Hälfte des Vorjahrs denn auch minus 23 Prozent. Dies zieht durch die grosse Gewichtung den Durchschnitt deutlich nach unten.
Genau entgegengesetzt haben sich die Randsortimente "Peripherie", "Zubehör", "Verbrauchsmaterial" und "Andere Artikel" entwickelt. Noch vor zwei Jahren hatten diese Artikelgruppen zusammen einen Anteil von rund einem Drittel, während sie nun gemeinsam bei 43 Prozent liegen.
Auch interessant ist die durchschnittliche Preisentwicklung, die im Jahresverlauf über das ganze Sortiment einen Preisrückgang von sieben Prozent anzeigt. Entgegen der Annahme, dass alle Sortimentsbereiche mit Preisrückgängen zu kämpfen haben, kann der Reseller im 2016 "Peripherie", "Komponenten", "Verbrauchsmaterial" und "Andere Artikel" zu höheren Preisen, bzw. höherwertigere Artikel aus diesen Kategorien verkaufen. Artikel aus den Bereichen "Storage", "Software", "Computer" und "Netzwerk" werden dagegen immer billiger, bzw. die höherwertigen, teureren Artikel finden am Markt nicht ausreichend Resonanz.
Dass sich der Markt grundsätzlich ändert, sieht man gut am Sortimentsbereich "Storage". Neben dem drastischen Preisverfall pro verkaufte Einheit, der hier zu verzeicnen ist, ist auch der eher auf die reine Absatzmenge schauende Index-Wert für diesen Teil des ICT-Reseller-Sortiments nach unten gerutscht. Spätestens seit Februar 2016 ist ein neues, deutlich niedrigeres Niveau zu beobachten, mit Indexwerten, die nun im Bereich von 40 bis 60 Punkten liegen, während vorher Werte un 80 Punkte die Regel waren. Trotz niedriger Preise kann Storage also auch immer weniger verkauft werden. Die Cloud und auch schlankere Software-Applikationen degradieren den ehemaligen Verkaufstreiber zu einem Randsortiment.
Der Reseller wird sehr wahrscheinlich bald in den anderen Produktkategorien eine ähnliche Bewegung feststellen. Statt reiner Quantität von beispielsweise Rechenleistung und technisch machbaren Funktionen wird zunehmend mehr Qualität zur Erfüllung individueller Fragestellungen gewünscht. Weniger ist mehr für den Kunden, aber der Reseller wird es damit schwerer haben.
Weitere Grafiken zum ICT-ReSeller-Index Juni finden Sie bei Concertopro.ch.
Der Autor: Thomas Czekala ist Verwaltungsrat der ProSeller AG.

Zum ICT-ReSeller-Index:

Der Index wird täglich ermittelt und einmal monatlich für den laufenden Monat fixiert. Er basiert auf den anonymisierten Suchaktivitäten der ICT-Reseller bei Verwendung der Concerto-Software-Suite und repräsentiert damit ein jährliches Einkaufsvolumen von ca. 1,5 Milliarden. Franken bzw. rund 20'000 Abfragen pro Tag.

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