Zensur und Überwachung im Internet nehmen zu

11. Dezember 2014 um 09:07
  • security
  • technologien
image

Zugang zum Internet soll Menschenrecht werden, fordert Tim Berners-Lee. Schweiz im Web Index Ranking nur auf Platz 18.

Zugang zum Internet soll Menschenrecht werden, fordert Tim Berners-Lee. Schweiz im Web Index Ranking nur auf Platz 18.
Zensur und Massenüberwachung im Internet ist dem neuen Webindex der World Wide Web Foundation zufolge auf dem Vormarsch. "Webbenutzer setzen sich zunehmend dem Risiko wahlloser Überwachung durch die Regierung aus", heisst es in dem am Donnerstag in London veröffentlichten Index 2014-2015.
Der Web-Erfinder und Gründer der World Wide Web Foundation Tim Berners-Lee forderte, den Zugang zum Internet als Menschenrecht anzuerkennen. "Das bedeutet einen garantierten und preiswerten Zugriff für alle", betonte er.
In inzwischen 84 Prozent aller Länder weltweit seien die Gesetze zum Schutz vor Massenüberwachung im Internet schwach ausgeprägt. Im Jahr 2013 galt das noch für 63 Prozent aller Länder. Zensur gibt es in 38 Prozent der Länder, im Vorjahr waren es noch 32 Prozent. Der Bericht kritisierte, dass in vielen Ländern das Internet noch nicht als Teil der öffentlichen Infrastruktur wie andere Versorgungsnetze angesehen wird. Entsprechend dünn seien die gesetzlichen Regelungen.
Die skandinavischen Länder haben es dem Bericht zufolge am besten geschafft, in gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Hinsicht vom Internet zu profitieren. Im Ranking steht Dänemark an der Spitze vor Finnland und Norwegen. Schweden wird hinter Grossbritannien Fünfter. Die Schweiz figuriert lediglich auf Platz 18.
Besonders grosse Fortschritte hätten in den vergangenen Jahren Länder wie Brasilien, Estland oder Südkorea gemacht. Im Internet-"Mutterland" USA, auf Rang sechs im Webindex, gebe es hingegen die Gefahr von Rückschritten durch Ungleichbehandlungen und Wettbewerbsverzerrungen.
Bei den Ländern mit mittlerem Einkommen ist Ungarn vorn, vor Argentinien und Costa Rica. Bei den armen Ländern führt Kenia den Index an vor Bangladesch und Uganda.
Der Webindex stellt weiterhin ein starkes Ungleichgewicht bei der Nutzung des Netzes und damit beim Zugang zu Information zwischen Ländern mit niedrigem Einkommen und denen mit hohem Einkommen fest. In hoch entwickelten Weltgegenden habe sich die Nutzung seit dem Jahr 2005 von 45 auf 78 der Bevölkerung hochgeschraubt. In den armen Ländern stagniere sie unter zehn Prozent. (sda/mim)

Loading

Mehr erfahren

Mehr zum Thema

image

Rivella modernisiert Datenspeicherung mit HPE.

Als bei Rivella das wichtige Storage-System erneuert werden musste, implementierte Bechtle zwei HPE Alletra Storages mit der HPE GreenLake Technologie und übernahm den Service dazu. Das neue System von Hewlett Packard Enterprise überzeugt durch herausragende Leistung bei hoher Datenverfügbarkeit.

image

BSI musste Microsoft juristisch zu Auskünften zwingen

Die deutsche Security-Behörde wollte mehr zum E-Mail-Hack vom letzten Jahr wissen. Microsoft lieferte unbefriedigende Antworten.

publiziert am 17.5.2024
image

OpenAI darf Reddit-Daten nutzen

Die beiden Unternehmen wollen eng zusammenarbeiten – und voneinander profitieren.

publiziert am 17.5.2024
image

Behörden schalten grosses Hacker-Forum aus

Auf Breachforums wurden zuletzt die Datensätze von Dell und Europol verkauft. Beteiligt an der internationalen Aktion war auch die Kantonspolizei Zürich. In der Schweiz wurden Server sichergestellt.

publiziert am 16.5.2024