ZHAW denkt über Roboter im Gesundheitswesen nach

21. Dezember 2012, 16:07
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Das Gesundheitswesen hat in den letzten Jahren einen grossen Modernisierungsschub erlebt.

Das Gesundheitswesen hat in den letzten Jahren einen grossen Modernisierungsschub erlebt. Das Stichwort heisst E-Health. Das Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung TA-SWISS hat sich nun die Frage gestellt, ob die Branche mittels Roboter weiter modernisiert werden könnte. In der Industrie sind Roboter schliesslich schon längst präsent.
Ein interdisziplinäres ZHAW-Forscherteam aus den Bereichen Gesundheit, Ökonomie und Mechatronik hat nun für TA-SWISS Szenarien entwickelt, die beschreiben, wie Roboter im Gesundheitswesen bis 2025 eingesetzt werden könnten. Befragt wurden Patienten, Spitalmanagerinnen, Pfleger und Ärzte. Daraus entstand die Studie "Chancen und Risiken der Robotik in Betreuung und Gesundheitsversorgung".
Das Fazit ist ernüchternd: Roboter sind wohl nur als Gehilfen erwünscht. Zwar könnten Roboter Gesundheitsfachkräfte künftig entlasten und die Versorgung und Betreuung von Patientinnen und Patienten verbessern. So wird etwa das Heben oder Tragen von Patienten als mögliches Beispiel genannt. Doch es gibt auch Risiken: Der zwischenmenschliche Kontakt käme zu kurz. Pflegefachkräfte fürchten zudem, dass sie aus Spargründen von Robotern ersetzt werden könnten. Eine Abhängigkeit von Maschinen wird ebenfalls negativ bewertet. Zum Beispiel könnte ein Stromausfall dazu führen, dass lebenswichtige Medikamente nicht verabreicht werden.
Roboter könnten also höchstens als Ergänzung zu menschlichen Kontakten eingesetzt werden. Da die Anschaffung teuer ist, würden Roboter die ohnehin hohen Kosten wohl noch weiter steigen lassen. Ausserdem fehlen auch entsprechende Regelungen - wer haftet bei einem Unfall? Es könnte also noch einige Jahre vergehen, bis man Roboter im Gesundheitswesen antreffen wird. (mim)

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