Zoom will zur Kollaborations-Plattform werden

15. Oktober 2020, 12:46
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Das US-Unternehmen will den Rückenwind nutzen und kündigt neue Features an. Zudem verspricht es höhere Sicherheit.

Zoom will sich nicht länger auf die Rolle des Anbieters einer Videokonferenz-App beschränken. Auf der virtuellen Anwender-Konferenz Zoomtopia 2020 kündigte das kalifornische Startup unter anderem den Aufbau einer Event-Plattform an, auf der Nutzer ihre Inhalte auch vermarkten können.
Zudem will Zoom in die Videokonferenz-App Anwendungen von Drittanbietern ("Zapps") wie Dropbox integrieren, um so zu einer vollwertigen Kollaborations-Plattform aufzusteigen.

Nun soll eine End-to-End-Verschlüsselung kommen

Gleichzeitig will Zoom die Videokonferenzen besser absichern. So sollen Anwender künftig eine End-to-End-Verschlüsselung aktivieren können: Diese optionale Funktion werde sowohl für Nutzer mit einem kostenlosen Account als auch für zahlenden Kunden verfügbar sein. Die Verschlüsselung könne für jede Sitzung einzeln ein- und ausgeschaltet werden.
Man nutze weiter AES 256-Bit GCM Verschlüsselung, schreibt Max Krohn, Head of Security Engineering, von Zoom in einem Blogbeitrag. User sollen nun individuelle Schlüssel generieren können, die lokal gespeichert würden. "Mit dieser End-to-End-Verschlüsselung erhält kein Dritter – auch nicht Zoom – Zugang zu den privaten Schlüsseln des Meetings", so das Versprechen.
In Europa ist Zoom unter Datenschützern umstritten. Das wurde auch mit der bislang fehlenden E2E-Verschlüsselung begründet. Das Unternehmen hatte deshalb bereits im Juni angekündigt, dass man dies bald für alle User anbieten wolle.

Zoom will Eventplattform werden

Für Anwender in den USA startete Zoom eine Beta-Version der Event-Plattform "OnZoom": Dort können Zoom-Nutzer kostenlose, aber auch kostenpflichtige Veranstaltungen erstellen und anbieten. Gastgeber könnten ihr Geschäft ausbauen und ihre Reichweite auf ein neues Publikum ausdehnen, sagte eine Zoom-Sprecherin.
In der Corona-Krise hatten viele Künstler, Anbieter von Weiterbildungen und Coaches ihre Inhalte kostenpflichtig angeboten, um im Lockdown mit ihren Werken Geld verdienen zu können. Bislang gab es laut Zoom aber keine zentrale Plattform, auf der die entsprechenden Inhalte angeboten werden konnten. Ausserdem fehlte eine Abrechnungsfunktion, die Zoom nun in Kooperation mit Paypal einrichtet. Die Plattform soll im kommenden Jahr auch ausserhalb der USA angeboten werden.
Allerdings gibt es seit 2013 genau für solche Zwecke die Plattform Patreon, mit 200'000 Content-Angeboten. Inwiefern sich Zoom davon unterscheiden will, ist unklar.
Zoom-Chef Eric S. Yuan berichtete, Zoom unterstütze nun über drei Billionen jährliche Sitzungsprotokolle und verzeichne regelmässig weit über 300 Millionen tägliche Sitzungsteilnehmer. "Dazu gehören Teilnehmer aus über 125'000 Schulen, die Zoom während der Covid-10-Pandemie kostenlos nutzen."

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