"Zu teuer": Aargau bricht Open-Source-Projekt ab

9. Juli 2013, 15:12
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Der Kanton Aargau wollte ein Records Management System auf Basis der Open-Source-Lösung Alfresco bauen. Doch die Betriebskosten sind zu hoch. Davor scheiterte bereits ein Fabasoft-Projekt. Nun bleibt der Kanton bei Microsoft und iGeko.

Der Kanton Aargau wollte ein Records Management System auf Basis der Open-Source-Lösung Alfresco bauen. Doch die Betriebskosten sind zu hoch. Davor scheiterte bereits ein Fabasoft-Projekt. Nun bleibt der Kanton bei Microsoft und iGeko.
Der Kanton Aargau wollte mit einem Records Management System (RMS) ein elektronisches Datenaufbewahrungs- und Archivierungssystem entwickelt. Doch das Projekt "Langzeitarchivierung elektronischer Daten im Kanton Aargau" (LAEDAG) ist nun vorzeitig beendet worden: Nach der Durchführung einer Wirtschaftlichkeitsanalyse und aus Kosten-Nutzen-Überlegungen habe der Regierungsrat beschlossen, auf die Einführung des RMS zu verzichten, teilt der Kanton mit. 1,6 Millionen Franken sind dadurch verloren. Immerhin: Die angeschaffte Hardware könne von der IT anderweitig verwendet werden.
Seit April 2012 lief beim Kanton ein entsprechendes Pilotprojekt. Erst diese Pilotphase zeigte, dass im Falle einer flächendeckenden Anwendung und Umsetzung in der kantonalen Verwaltung "sehr hohe jährliche Betriebs- und Unterhaltskosten" von bis zu 1,5 Millionen Franken anfallen würden, schreibt der Kanton. Das war der Regierung zu teuer und so zog sie die Handbremse.
Die RMS-Lösung, die zur Anwendung gekommen wäre, ist die Open-Source-Software Alfresco. Beim federführenden Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) heisst es auf Anfrage von inside-it.ch, dass es diverse technische Risiken gegeben hätte. Die Skalierbarkeit und die Wartungskosten hätten ebenfalls für Fragezeichen gesorgt. Mit dem für die Einführung zuständigen IT-Dienstleister Bedag habe es keine Unstimmigkeiten gegeben. Das Pilotprojekt sei im Januar 2013 regulär abgenommen worden. Man werde nun weiterhin mit Microsoft Office und der Schweizer Lösung iGeko arbeiten, so Stephan Campi vom BKS.
Auch Fabasoft-Projekt scheiterte
Pikant: Es ist bereits der zweite gescheiterte Anlauf des Kantons, ein RMS einzuführen. Der Kanton Aargau hatte sich anfänglich im Jahr 2008 für den österreichischen Anbieter Fabasoft entschieden, doch das Projekt verzögerte sich - der Kanton zog den Zuschlag an Fabasoft daraufhin zurück, worauf Fabasoft Beschwerde beim Verwaltungsgericht einreichte. Ein Vergleich beendete im September 2009 den Streit.
Das Pflichtenheft für die erneute Ausschreibung wurde daraufhin gründlich überarbeitet. Es wurde unter anderem auf die zentralen Projektstellen (14,5 Personenjahre) verzichtet. Daraufhin genehmigte das Parlament einen Kredit in der Höhe von 4,5 Millionen Franken, worauf die zweite Ausschreibung für ein RMS im April 2010 erfolgte. Im November des gleichen Jahres erhielt der Berner IT-Dienstleister Bedag den Zuschlag für das nun ebenfalls gestoppte Alfresco-Projekt. Bei Bedag heisst es auf Anfrage, man bedauere den Stopp des Projekts. (Maurizio Minetti)

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