Zühlke ersetzt insolventen deutschen SBB-Lieferanten

16. März 2017, 14:37
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Bei der SBB ist Zühlke Engineering bei einer freihändigen Auftragsvergabe zum Zuge gekommen.

Bei der SBB ist Zühlke Engineering bei einer freihändigen Auftragsvergabe zum Zuge gekommen. Denn, Metric Mobility Solutions, der bisherige Lieferant der Endgeräte LISA (Light and Integrated Shunting Accessory) für die Rangier- und Baukommunikation, befindet sich im sogenannten Regelinsolvenzverfahren. Dies bestätigt die SBB auf Anfrage.
Weil laut Zuschlag der Insolvenzverwalter "den Nichteintritt in die bestehenden Vertragsverhältnisse erklärt" hat, musste schnell Ersatz gefunden werden. Die SBB beruft sich bei der freihändigen Vergabe denn auch darauf, dass "aufgrund unvorhersehbarer Ereignisse die Beschaffung so dringlich wird, dass kein offenes oder selektives Verfahren durchgeführt werden kann".
Metric Mobility Solutions war als Lieferant auch für die Wartung verantwortlich. Dafür soll nun Zühlke sorgen. Bei einem Auftragsvolumen von 1,78 Millionen Franken sind die Organisation und Koordination der Herstellung der Hardware inklusive des Wiederaufbaus der Return- und Repair-Prozesse zu übernehmen. Zudem soll Zühlke für die Weiterentwicklung und Verbesserung der Hard- und Software insbesondere die "dringliche Sanierung der Gehäuse" übernehmen.
Denn beim laufenden Rollout der Endgeräte habe sich gezeigt, dass die Gehäuse den Rough-Handling-Anforderungen im Rangierdienst nicht genügen und zu viele Defekte resultieren, heisst im Zuschlag weiter. Um den LISA-Rollout erfolgreich fertigzustellen und den Betrieb der migrierten Standorte aufrechterhalten zu können, muss sowohl die Lieferantenkette wiederhergestellt, als auch mindestens die Gehäuse saniert werden.
Nach 30 Jahren am Ende
Hinter Metric Mobility Solutions steht die wenig rühmliche Geschichte der deutschen Firma Höft & Wessel, die von der SBB im Jahr 2010 als LISA-Lieferant für einen damals rund zehn Millionen Franken schweren Auftrag gewählt worden war. Die Firma war zu dieser Zeit laut 'FAZ' schon auf dem absteigenden Ast, hatte sie doch zwischen 2007 und 2014 den Umsatz auf noch 57 Millionen Euro fast halbiert. Nach der Umbenennung zu Metric Mobility Solutions im Mai 2015 musste das Unternehmen dann gut ein Jahr später, im Juni 2016, doch Insolvenz anmeldet, schreibt das Blatt weiter.
Das 1978 von Michael Höft und Rolf Wessel gegründete Unternehmen ging 1998 an die Börse und konnte sich 2015 noch dadurch retten, dass die Beteiligungs-Gesellschaft Dröge Mehrheitsaktionär wurde und Verbindlichkeiten in Millionenhöhe übernahm. Der Bereich Retail und Logistics wird heute nach eigenen Angaben neben der Deutschen Bahn auch die Schweizer Post. (vri)

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