Zürcher Gemeinderat wittert Geld im Smart-Grid-Business

2. Juni 2016 um 09:51
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Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) darf sich an einer Firma beteiligen, die im Smart-Grid-Business tätig sein soll.

Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) darf sich an einer Firma beteiligen, die im Smart-Grid-Business tätig sein soll. Unter anderem soll sie marktfähige Netzqualitätsmessgeräte entwickeln und verkaufen. Der Zürcher Gemeinderat hat am Mittwoch den bereits bestehenden Objektkredit mit 72 Ja- zu 47 Nein-Stimmen um rund 1,8 Millionen Franken auf 3,6 erhöht.
Mit dem Pilotprojekt "GridBox" untersuchte das ewz zusammen mit anderen Firmen ein Smart Grid-Konzept zur Strom- und Spannungsmessung auf Niederspannungsebene sowie die Steuerung von Energieerzeugungsanlagen und Verbrauchern.
Um die Daten aus dem Verteilnetz zu messen, wurde das Messgerät "GridBox" entwickelt. Es eignet sich jedoch nicht für den Verkauf.
Nun wittern die am Projekt beteiligten Unternehmen - ewz, Supercomputing Systems, BKW Energie und Bacher Energie - aber dennoch kommerzielle Chancen. Denn aus den technologischen Erkenntnissen aus dem Projekt könne ein Netzqualitätsmessgerät mit entsprechender Software-Applikationen entwickelt werden, das sich durchaus verkaufen lässt.
Die Firmen sehen darin grosses Marktpotential und haben deshalb entschieden, eine Aktiengesellschaft zu gründen. Diese soll nicht nur Netzqualitätsmessgeräte verkaufen, sondern die im Pilotprojekt entwickelten marktfähigen Technologien im Bereich Smart Grid nutzen und weiterentwickeln.
Objektkredit verdoppelt
Das ewz beabsichtigt eine Beteiligung von 40 Prozent an der Gesellschaft, die den Namen Smart Grid Solution tragen wird. Dafür bekommt es unter anderem zwei Sitze im fünfköpfigen Verwaltungsrat.
Die noch zu gründende Aktiengesellschaft benötigt Geld. Der Gemeinderat hat deshalb entschieden, den bestehenden Objektkredit "GridBox" in Höhe von 1,8 Millionen um weitere 1,78 Millionen auf 3,6 Millionen Franken zu erhöhen. Maximal eine Million davon kann zu einem späteren Zeitpunkt vom Stadtrat für technologische Weiterentwicklungen gesprochen werden, muss aber nicht.
"Chance nutzen"
Stadtrat Andres Türler (FDP), Vorsteher des Departementes der Industriellen Betriebe, war der Ansicht, dass man die Chance nutzen solle. Das ewz habe bereits Arbeit und Wissen ins Projekt investiert, nun wolle man die Idee weiterverfolgen und dadurch die Früchte weitertragen. Zudem könne man so die eigenen Anforderungen in die Entwicklung einbringen und müsse nicht eine Lösung aus dem Katalog kaufen.
Die Befürworter lobten die Innovationskraft des ewz und waren der Meinung, dass die Vorteile einer Beteiligung überwiegen. Das Geschäft sei eine sinnvolle Beteiligung an einem innovativen Projekt. Man solle nun mutig voran schreiten.
SVP, CVP und FDP waren dagegen. Das Geplante gehöre nicht zum Leistungsauftrag des ewz. Zudem sei es nicht Aufgabe der Stadt, Risikokapital zu vergeben. (sda/hjm)

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