Zürcher Glasfasernetz: Stadtrat hat keinen Plan B

9. August 2012, 14:41
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Am 23.

Am 23. September wird in der Stadt Zürich zum zweiten Mal über das Verlegen von Glasfaserkabeln bis in die Haushalte (Fibre to the Home, FTTH) abgestimmt. Dabei geht es um einen Kredit von 400 Millionen Franken zum Bau eines flächendeckenden Glasfasernetzes, der bereits im Mai vom Gemeinderat gutgeheissen wurde. Dabei soll das Stadtzürcher Elektrizitätswerk (EWZ) gemeinsam mit Swisscom bis 2019 die gesamte Stadt erschliesst. Das EWZ würde 75 Prozent des Netzes bauen und 40 Prozent der Kosten tragen. Diese Aufteilung basiere auf den angenommenen künftigen Netznutzungsanteilen. Unternehmen und Haushalte kaufen die Kapazitäten zur Datenübertragung aber nicht beim EWZ, sondern wählen einen privaten Provider.
400 Millionen Franken ohne Steuergelder
Wie der FDP-Stadtrat und Vorsteher des Departements der Industriellen Betriebe Andres Türler im Interview gegenüber der NZZ betont, sollen die 400 Millionen Franken weder von Steuergeldern noch von Einnahmen des EWZ aus dem Strommarkt stammen. Sie seien als verzinslichtes Darlehen vom Telekombereich des EWZ zurückzubezahlen und sollen über die Einnahmen aus dem Betrieb des Netzes refinanziert werden - genau so wie die jährlich rund 20 Millionen Franken Unterhaltskosten. Das soll möglich sein, sobald der Anteil des EWZ am Telekommarkt 14 Prozent überschreitet, so der FDP-Stadtrat.
Geht nicht, gibts nicht
Türler zeigt sich siegessicher: Auf die Frage, was geschehen würde, wenn das Darlehen über die Jahre nicht zurückbezahlt werden könnte, antwortet der Stadtrat: "Das wird nicht eintreffen. Wenn wir genug Nutzer ans Netz hängen, werden die Provider gute Angebote machen, die beim EWZ Einnahmen generieren." Ausserdem seien die nötigen 14 Prozent Marktanteil eine vorsichtige Schätzung.
Die Frage bleibt jedoch offen, ob bei diesem Optimismus auch Faktoren wie Preisschwankungen miteinberechnet sind. 400 Millionen Franken ist eine grosse Investion für die Zürcherinnen und Zürcher, weshalb ein Plan B vielleicht keine schlechte Idee wäre. Schliesslich ist es noch niemandem gelungen, gültige und langfristige Prognosen über die Entwicklung der Telekomindustrie abzugeben. (lvb)

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