Zürcher Glasfasernetz wird nicht rentieren

7. Juni 2010, 09:55
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Und erst noch mehr kosten. Schuld daran ist die Kooperation mit Swisscom.

Und erst noch mehr kosten. Schuld daran ist die Kooperation mit Swisscom.
Die Investitionen in ein flächendeckendes Glasfasernetz des Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ) werden statt nach 10 Jahren wohl erst nach dreissig oder 40 Jahren amortisiert sein. Dies sagt EWZ-Direktor Conrad Ammann in einem Interview mit der 'NZZ'. Als Grund dafür nennt Ammann die Kooperation mit der Swisscom. Bei der ursprünglichen Vorlage sei man davon ausgegangen, dass das EZW das Glasfasernetz in der Stadt Zürich innert acht Jahren alleine und nach wirtschaftlichen Kriterien baue, also nur Geschäftskunden und dicht besiedelte Wohngebiete erschliesse. Neu werde man die gesamte Stadt zusammen mit der Swisscom innerhalb von acht Jahren erschliessen, was sehr hohe Investitionen bedinge, die sich nicht über zehn Jahre hinweg rechnen, so Ammann.
Wieviel das forcierte Tempo beim Glasfaserausbau den Steuerzahler am Ende wirklich kosten wird, will Ammann gegenüber der 'NZZ' noch nicht sagen. Man sei in der "Detailphase", eine Vorlage zu Handen des Gemeinderates für einen weiteren Kredit auszuarbeiten. Der Urnengang dürfte, so Ammann, im Frühling 2011 stattfinden. Anfangs 2010 sagten die Stadtzürcher Stimmbürger bereits zu einem 200-Millionen-Franken-Kredit "Ja".
Für Zürich sei das Netz jedoch eine riesige Chance, sagt Ammann gegenüber der 'NZZ', denn Zürich erhalte damit ein hochmodernes Kommunikationsnetz. (bt)

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