Zürcher IKT-Sektor unter der Lupe

14. Juli 2010, 10:13
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Kanton Zürich analysiert die volkswirtschaftliche Bedeutung der IKT-Branche in einer Studie.

Kanton Zürich analysiert die volkswirtschaftliche Bedeutung der IKT-Branche in einer Studie.
Erstmals hat die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich die Bedeutung der Informations- und Kommunikationstechnologie-Branche (IKT) für den Standort Zürich unter die Lupe genommen. Mit Zahlen aus dem gesamten Kanton unter besonderer Berücksichtigung der Stadt Zürich sind Umsätze, Wertschöpfung, Beschäftigungszahlen und regionale Verteilungen detailliert analysiert worden. Erfasst wurden dabei nur Unternehmen, deren Kernbeschäftigung im IKT-Bereich liegt. Thematisiert werden in einem statistischen Teil zunächst die Zahlen und Fakten auf der Basis des Wirtschaftsjahres 2008, dann die geografische Verteilung der Branche im Kanton und anschliessend die Aufschlüsselung des IKT-Sektors nach erwerbstätigen Personen und ausgeübten Berufen. Sechs Anhänge sind angefügt zur Bedeutung der IKT in Unternehmen, zu den Forschungsschwerpunkten an ETH und Universität, zur Verantwortung der Fachhochschulen und der IKT-Berufslehre, eine beispielhafte Darstellung der IKT-Potenziale im Kanton anhand der Game-Entwicklung und schliesslich zur Vorstellung der vielfältigen Verbände und Organisationen, die im Kanton Zürich angesiedelt sind.
Konkret illustriert die umfangreiche Studie, dass derzeit rund 41‘000 Personen im Kanton Zürich in der IKT-Branche beschäftigt sind und geschätzte 5,2 Milliarden Franken erwirtschaften. Damit trage dieser Sektor bereits 5,5 Prozent zum Bruttoinlandprodukt des Kantons bei, heisst es in dem Bericht. Der zeigt auf, dass die Branche Zubringerfunktion für sehr viele andere Wirtschaftsbereiche übernommen hat, wobei ein grosser Teil der IKT-Unternehmen in Zürich als Dienstleister für Banken und Versicherungen arbeitet. Daneben beanspruchen aber auch zahlreiche Maschinen- und Technologiekonzerne im Grossraum Zürich IKT-Knowhow. Immer wichtiger werden zudem Datacenter-Dienstleistungen in Grossrechenzentren, die als internationale Datenhubs genutzt werden, schreibt das für die Studie federführende Amt für Wirtschaft und Arbeit in der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons.
Im Vorwort des Regierungsrats und Volkswirtschaftsdirektors Ernst Stocker wird einerseits die Abhängigkeit des IKT-Sektors im Kanton von dem starken Finanzsektor betont und andererseits die zentrale Rolle der ETH, Universität und den Fachhochschulen herausgestrichen. In diesem Zusammenhang appelliert auch Stocker, dass "es künftig noch mehr junge Menschen (braucht), die sich für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik begeistern und Lust auf die vielfältigen Berufsmöglichkeiten im IKT-Umfeld entwickeln". Denn, so Stocker weiter, die IKT-Branche habe "noch grosses Potenzial" und es seien weitere Anstrengungen nötig, damit die IKT-Industrie des Kantons nicht nur aufgrund der vielen Arbeitsplätze und der wichtigen Rolle für die Volkswirtschaft wahrgenommen, sondern auch Zürichs Bedeutung als "Silicon Valley" anerkannt werde. (vri)

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