Zürich soll ICT-Modellstadt werden

29. September 2010, 09:58
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Die grösste Schweizer Stadt plant unter dem Namen eZürich diverse Projekte und Massnahmen im ICT-Bereich. Die Bevölkerung soll mehr als nur ein Wörtchen mitreden.

Die grösste Schweizer Stadt plant unter dem Namen eZürich diverse Projekte und Massnahmen im ICT-Bereich. Die Bevölkerung soll mehr als nur ein Wörtchen mitreden.
Der Zürcher Stadtrat hat heute die politischen Schwerpunkte für die Legislatur 2010 bis 2014 vorgestellt. Einer der vier Legislaturschwerpunkte heisst eZürich und wurde von der Organisation und Informatik (OIZ) konzipiert. Dabei geht es um nichts weniger als darum, Zürich im kommenden Jahrzehnt zum "Innovationspool und zur Pionier- und Modellstadt für ICT-Dienstleistungen und ICT-Infrastruktur zu machen", wie es in der heute veröffentlichten Broschüre zu den Legislaturschwerpunkten heisst.
Wie der Stadtrat schreibt, hat Zürich als ICT-Standort schon heute eine Sonderstellung. Rund ein Viertel aller Schweizer ICT-Firmen haben ihren Sitz im Kanton Zürich. Dazu gehören auch mehrere global bedeutende ICT-Konzerne. Hinzu kommen ausgezeichnete Forschungsinstitute und ICT-Ausbildner wie ETH, Uni Zürich und die Zürcher Fachhochschulen. Nun soll der technologische Wandel so begleitet werden, dass auch "ICT-ferne Bevölkerungsgruppen" die digitalen Dienstleistungen nutzen können, so dass alle Bewohnerinnen und Bewohner des Grossraums Zürich nachhaltig davon profitieren.
Partizipation der Bevölkerung
Folgende Ziele hat man sich vorgenommen: Die Stadt Zürich entwickelt in Kooperation mit Wirtschaft, Wissenschaft und Bevölkerung Strategien und Projekte, die Zürich international als Top-Standort im Bereich ICT-Dienstleistungen und ICT-Infrastruktur positionieren sollen. Weiter will die Limmatstadt dem "digitalen Graben" gezielt entgegenwirken, sprich: jedermann soll Zugang zu modernen Kommunikationstechnologien haben. Ein weiteres Ziel ist die Verbesserung der E-Government-Angebote: Die Abwicklung von Kundenkontakten über Internet und mobile Geräte soll selbstverständlich werden. Mobile und interaktive Services (z.B. Twitter, Podcast und RSS-Feeds) sollen ebenfalls zum Zug kommen. Bei all diesen Zielen soll der Datenschutz nicht ausser Acht gelassen werden.
Die Partizipation der Bevölkerung bei eZürich steht im Vordergrund. So soll etwa der "Workshop eZürich" Personen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und andere "Anspruchsgruppen" von Beginn weg gezielt beteiligen und mit ihnen, basierend auf den Ergebnissen des Online-Partizipationsverfahrens, gemeinsam die relevanten Themen und Projekte erarbeiten und weiter entwickeln. Nach dem Workshop soll die strategische Stossrichtung von eZürich festgelegt und ein Grobkonzept ausgearbeitet werden. Im vierten Quartal 2011 sollen dann konkrete Aussagen über die Projekte, die realisiert werden sollen, gemacht werden können.
Die Stadtzürcher Bevölkerung soll mit einem Ideenwettbewerb für eZürich begeistert werden - die kreativsten Beiträge werden prämiert. Interessierte Personen können in einem moderierten Online-Partizipationsverfahren Vorschläge und Anregungen für digitale Dienstleistungen einreichen, kommentieren und bewerten. Die Ergebnisse des Mitwirkungsprozesses sollen dann, wo möglich, ins Grobkonzept und die konkrete Ausgestaltung der eZürich-Projekte integriert werden. Weitere Informationen gibt es ab dem 4. November 2010 auf www.ezuerich.ch. (Maurizio Minetti)

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