Zufall: IBM und SAP rücken näher zusammen

26. April 2005, 16:32
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Ankündigungsflut von SAP an Anwenderkonferenz Saphire

Ankündigungsflut von SAP an Anwenderkonferenz Saphire
Ausser der in dieser Form neuen, engen Zusammenarbeit mit Microsoft hat SAP heute an der Anwenderkonferenz 'Saphire' in Kopenhagen keine wesentlichen Kursänderungen bekannt gegeben.
Trotzdem könnte für einige der weit über 100 hier in Dänemark zusammengetrommelten JournalistInnen und AnalystInnen der Besuch eines Physiotherapeuten angezeigt sein: SAP überschüttete die anwesenden Schreiberlinge mit Fluten von (schwerem) Papier, das man dann den ganzen Tag mit sich herum trug. Hier einige der uns wichtig scheinenden Ankündigungen des weltweit grössten Herstellers von Geschäftssoftware:
IBM wird die Datenbank DB2 für den Betrieb mit den Applikationen von SAP optimieren. Ab Ende Monat wird die IBM-Datenbank mit einem Feature namens "SAP tuner" ausgeliefert, das die Installation der DB2 in SAP-Umgebungen erleichtern und automatisieren soll. SAP-Chef Henning Kagermann wollte in diesem Schritt gar keinen Zusammenhang zur verschärften Konkurrenz mit Oracle sehen. "Wir enthalten niemandem Informationen vor", war sein einziger Kommentar.
SAP kooperiert mit Macromedia und Siemens
Zudem gab SAP bekannt, dass in Zukunft das Rahmenwerk des Multimediaspezialisten Macromedia in die eigene Plattform "NetWeaver" integriert werde. Damit werden Anwender der Analysetools von SAP die Ergebnisse ihrer Nachforschungen leichter in aussagekräftige Grafiken und Präsentationen darstellen können.
Kommerziell wichtiger dürfte die Partnerschaft von SAP und Siemens im Gesundheitsbereich sein. Die beiden deutschen Grossfirmen (Siemens beschäftigt im Healthcare-Bereich 31'000 Mitarbeitende) wollen eine integrierte Lösung für Spitäler entwickeln. Siemens wird als Systemintegrator auftreten und steuert die Workflow-Lösung "Soarian" bei, von SAP kommt in diesem Bündnis das Software-Paket für Spitäler. Die Kooperation gilt zunächst für die USA, Deutschland und Japan.
Business One für Niederlassungen von Grossfirmen
Das SAP-eigene ERP-Paket für KMU, Business One, stand bis jetzt überhaupt nicht im Zentrum der diesjährigen SAP-Anwenderkonferenz. SAP-Verkaufsleiter Léo Apotheker wischte kritische Fragen zur Zukunft von Business One mit der kurzen Bemerkung "Business One is here to stay" vom Tisch.
Doch der Fokus des ERP-Riesen scheint unterdessen auf dem Verkauf von Business One an die Niederlassungen von Firmen, die am Hauptsitz bereits SAP einsetzen, zu liegen. So wurde hier eine "Connectivity Solution" für Business One angekündigt. Diese wird es Anwendern der "grossen" SAP-Suiten erlauben, in kleinen Niederlassungen das "kleine" Business One als standartisierte betriebswirtschaftliche Lösung auszurollen. Der Datenbestand und -austausch zwischen Niederlassungen und Hauptsitz soll damit automatisiert werden. Die "Connectivity Solution" wird es gegen Ende Jahr erstmals für SAP-Partner geben. (Christoph Hugenschmidt, Kopenhagen)

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