Zug: Zentralisierung, Standardisierung und offene Punkte der IT-Strategie

29. August 2017, 14:46
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Die kantonale Zuger IT-Strategie liegt nun vor. Sie ist in vielem noch allgemein gehalten, in anderem fast schon zu klar.

Die kantonale Zuger IT-Strategie liegt nun vor. Sie ist in vielem noch allgemein gehalten, in anderem fast schon zu klar.
Die Zuger IT-Strategie steht nun und deutscht die grundlegenden Ziele und Massnahmen des Kantons aus, wie man mit "enormen Herausforderungen" und "grossen Chancen" umgehen will.
Wer sich das 18-seitige Dokument zu Gemüte führen will, muss eins im Voraus wissen: Wer unter "IT-Strategie" auch Fakten und Pläne zu Staffing, Budgets, Beschrieben von Risiken und Chancen erwartet, der wird enttäuscht. Milestones, Deliverables und Metriken sind ebensowenig enthalten.
Vieles davon ist erst durch ein noch nicht existierendes (aber angekündigtes) Gremium für die IT-Governance zu erarbeiten.
Beratung und Betriebsverantwortung zentralisieren
Immerhin sind einige allgemeine Leitlinien, Absichtserklärungen und Pläne formuliert, die für die kantonale Verwaltung, die kantonalen Schulen und für die Justiz gelten. Gemeinden können sich einklinken, müssen aber nicht.
Gleich als erster Punkt wird – im von verlochten IT-Budgets und erzürnten Politikern gebeutelten Zug – "Wirtschaftlichkeit und Leistungsfähigkeit" gefordert und dies anhand regelmässiger Überprüfung von Benchmarks. Welche dies sein könnten, ist nicht klar. Jedenfalls soll "genügende Qualität" avisiert werden.
Grundsätzlich sollen die IT und die Verantwortung für deren Betrieb weitestgehend zentralisiert werden. Das umfasst initiale Analysen, aber auch konkrete IT-Lösungen, die alle Anwender im Kanton nutzen können. Zudem soll ein zentrales IT-Beschaffungs-Kompetenzzentrum entstehen.
Das könnte einige künftige Projektrisiken zumindest mindern. Einige Königreiche, die weiter existieren, sind die Fachanwendungen. Da sind die Zuständigkeiten im Betrieb erst noch zu regeln.
Und nun, Agile Coaches, gibt es Budgets für euch? Eher nein, in Zug herrscht weiterhin HERMES. (Ob das den Kanton als Arbeitgeber für Informatiker attraktiver macht? Ob das die Kundenorientierung fördert? Eventuell nicht). Ebenfalls das klassische Instrumentarium kommt im IT-Service Management zum Einsatz, nämlich ISO 20000 und ITIL.
BYOD und Security sind noch zu präzisieren
Ein zweiter wesentlicher Punkt betrifft alle Anbieter: Zug will standardisieren und vereinfachen, und zwar Architekturen, Systeme, Datenbanken und Anwendungen. Soweit dies möglich und sinnvoll sei. Auch hier gibt es also noch viel Präzisierungsspielraum, wo Individuallösungen gebaut werden.
Noch zu definieren, aber angekündigt sind Definitionen von IT-Arbeitsplätzen und die Themen "Virtual Desktop Infrastructure" (VDI) sowie "Bring Your Own Device" (BYOD) werden mindestens diskutiert werden.
Bislang am schwächsten präzisiert ist der Punkt "Sicherheit". Wie definiert man in Zug "Sicherheit" überhaupt? Was heisst "angemessen"? Und wie störungsfrei ist "möglichst störungsfrei"? Wie passt das damit zusammen, dass die Sicherheit, Verfügbarkeit und Integrität der Informatiksysteme gewährleistet sein soll? Immerhin wird ISO 27001 als eine Richtlinie genannt.
Ein Indiz auf viel Potential in diesem Thema ist der Punkt, dass man offenbar das Business Continuity Management (BCM) verbessern will (und muss) "und damit die Notfallplanung festlegt". Auch eine Rechenzentrum-Strategie wird angekündigt.
In Sachen Digitalisierung ist manche Ausschreibung zu erwarten, lautet doch ein Ziel, wenn auch ein schlecht messbares, "verwaltungsinterne Prozesse sind optimiert und werden wo immer sinnvoll durchgängig elektronisch abgewickelt."
Es gibt also viel Grundlagenarbeit zu leisten, entsprechend ist der Massnahmenkatalog noch nicht mit Daten versehen. Zudem, so liest man zwischen den Zeilen, viel Silo-Denken aufzubrechen und die viel geforderte "Kundenorientierung" dürfte noch Diskussionsstoff geben. Das wissen die Autoren der Strategie: "Daraus resultierende Zielkonflikte werden proaktiv angegangen". (Marcel Gamma)

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