Zuger Gemeinden reagieren auf Beschaffungsflop

19. Juni 2015, 11:59
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Die Zuger Gemeinden gründen eine Interessengemeinschaft, um bei Verhandlungen mit dem Kanton oder Dienstleistern eine grösseres Gewicht zu haben.

Die Zuger Gemeinden gründen eine Interessengemeinschaft, um bei Verhandlungen mit dem Kanton oder Dienstleistern eine grösseres Gewicht zu haben.
 
Die elf Gemeinden des Kantons Zug haben sich zu einer Interessengemeinschaft im Bereich der Informatik zusammengeschlossen. Sie wollen Kompetenz und Fachwissen bündeln - und damit die Konsequenzen aus dem Debakel um die Beschaffung einer neuen Software für die Einwohnerkontrollen ziehen.
 
In Zusammenarbeit mit IBM wollte die Zuger Regierung eine eigene Software für die Einwohnerkontrollen entwickeln. Sieben Jahre lang dauerte die Arbeit, bevor der Regierungsrat die Notbremse zog und das Projekt 2013 abbrach. 2,8 Millionen Franken waren bis dahin bereits ausgegeben worden. Vor einigen Monaten hat nun der IT-Dienstleister OBT zusammen mit dem Softwarelieferent NEST das neu ausgeschriebene Projekt gewonnen.
 
Die nun beschlossene verstärkte Zusammenarbeit ziwschen den elf Gemeinden soll unter anderem ihre Position bei Gesprächen mit dem Kanton stärken und damit helfen, ein weiteres Debakel zu verhindern. Die Gemeinden seien in der gescheiterten von der Direktion des Innern geleiteten Software-Beschaffung zwar finanziell beteiligt gewesen, fachlich hätten sie aber kaum mitreden können, heisst es in der Mitteilung der Gemeindepräsidenten-Konferenz der zugerischen Gemeinden von heute.
 
Es habe an einem gemeinsamen Gremium gefehlt, das die Interessen der Gemeinden hätte vertreten können. Man wolle die Kräfte nun bündeln, damit so eine Panne nicht mehr passieren könne. Deshalb gründeten die elf Zuger Gemeinden die neue gemeinsame Verwaltungsstelle "Interessengemeinschaft Gemeindeinformatik Zug" (IGI Zug). 
Diese soll künftig gemeinsame Informatikprojekte leiten, die Beschaffung von Hard- und Software optimieren und als Verhandlungspartner gegenüber dem Kanton und Dienstleistern fungieren. Finanziert wird die Stelle von allen Gemeinden gemeinsam abhängig der Einwohnerzahl. Sie kostet jährlich 200'000 Franken.
 
Auch die Schulen sollen eingebunden werden, wo die Informatik auch einen immer höheren Stellenwert einnimmt. Zudem können sich bei Bedarf auch gemeindenahe Betriebe wie die Feuerwehr oder Alters- und Pflegeheime anschliessen. (hjm/sda)

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