Zukunftsforschung: Horror-Visionen aus Rüschlikon

24. Oktober 2014, 09:23
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Ein Prozent Technoelite, 99 Prozent dumpfe Masse?

Welche Auswirkungen wird die digitale Entwicklung in Zukunft auf die Menschen haben? Das Gottlieb Duttweiler Institut GDI hat heute in Rüschlikon ZH dazu eine Studie vorgestellt. Sie beschreibt vier teilweise recht düstere Zukunftsszenarien für das Jahr 2030, die vom vollem Vertrauen der Menschen in die neuen Technologien bis hin zu ihrer kompletten Ablehnung reichen.
Die Digitalisierung dringe bald in alle Segmente von Wirtschaft und Gesellschaft ein - und auch in unsere Körper, schreibt das GDI in seiner Studie. Die Allgegenwart des Internets werde zu Machtverschiebungen und zunehmenden Konflikten in Wirtschaft und Politik führen.
Das erste Szenario heisst "Digital 99 Percent" und beschreibt eine Aufspaltung der Gesellschaft in eine technokratische Elite und eine grosse Masse. Diese grosse Masse führt in dieser Zukunftsvision mehrheitlich unqualifizierte Jobs aus und wird mit billiger Unterhaltung ruhig gestellt.
Die zweite mögliche Zukunft fasst das GDI mit dem Titel "Low Horizon" zusammen: Die Menschen lehnen neue Technologien ab und koppeln sich so weit wie möglich von den Informationsströmen ab.
"Big Mother" wacht über alle
Das dritte Szenario nennt das Forschungsinstitut "Holistic Service Communities". Dabei vertrauen die Menschen alle ihre Daten einer grossen Institution an, die dann als "Big Mother" über sie wacht. Das Leben wäre transparent und sicher - solange die Menschen nicht versuchen, das System zu verlassen.
Das vierte und letzte Szenario ist dann sozusagen das Wohlfühlszenario. Es heisst "Dynamic Freedom", was eine Neuerfindung des Internets meint, dezentral ohne Server, offen, demokratisch und flexibel. Kreativität und Unternehmergeist blühen, Menschen und Maschinen kooperieren.
Diese Szenarien seien Gedankenexperimente, schreibt das GDI. Sie sollen eine Grundlage bieten, um in der Öffentlichkeit über die technologische Entwicklung und ihren Einfluss auf Gesellschaft, Wirtschaft und Politik zu diskutieren. Die Weichen für die Zukunft müssten jetzt gestellt werden.
In Auftrag gegeben wurde die Studie von der Swisscom. Sie kann gegen Preisgabe einiger persönlicher Daten kostenlos heruntergeladen werden. (sda / hjm)

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