Zum Lehrstart - 2700 Lernende der Informatik- und Mediamatik-Grundbildung

25. August 2009, 16:01
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Alle Schweizer Berufsschulen lehren nun nach dem Modulkonzept von i-ch. Hohe Akzeptanz in den Betrieben, ausgezeichnete Berufsschancen. Ein Gastbeitrag von Alfred Breu.

In diesen Tagen haben 2'700 Lernende die Grundbildung Informatik und Mediamatik begonnen. 2'500 Betriebe im ganzen Land sind an der Ausbildung der künftigen Nachwuchsleute engagiert und machen aus nun total 10'000 Schüler/-innen von gestern die innovativen, leistungsstarken und qualitativ hochstehenden Fachleute von morgen. Das Gros der Lernenden findet sich in klein- und mittelgrossen Betrieben.
Soeben hat der 11. Lehrgang der Informatik-Grundbildung abgeschlossen - rund 20'000 Informatiker/-innen und Mediamatiker/-innen sind nun insgesamt im Besitz des eidg. Fähigkeitszeugnisses, das sie als Fachfrau/Fachmann ausweist. Das ist sehr erfreulich - sie bilden das künftige Rückgrat der Schweizer Informatik. Und dass sie gesucht sind, belegen ihre rasche Übernahme nach der Grundbildung und teilweise unverständlich hohe Übernahmesaläre. Auch heute noch.
Grosse Zustimmung bei Lehrbetriebe, Schulen und Lernenden
Mit diesem Lehrgang haben nun alle Schweizer Berufsschulen auf das Modulkonzept nach i-ch umgestellt. Eine umfassende Evaluation im Kanton Zürich hat eine ausserordentlich hohe Akzeptanz in Betrieben, Schulen und bei den betroffenen Lernenden und Berufsbildner/-innen nachgewiesen, mit traumhaft hoher Zustimmung von 85%. Sehr geschätzt wird das flexible System, das in jedem Lehrgang bis zu 5 Wahlmodule für Verband, Schule und Betrieb vorsieht - da kann immer auf neue, resp. betriebliche Bedürfnisse reagiert werden. Die Betriebe schätzen die deutlich höhere Transparenz der Informatikausbildung an der Schule und vor allem die Handlungsorientierung: die Lernenden nehmen beispielsweise selbst einen Internetserver in Betrieb - vom Betriebssystem bis zu den Applikationen mit ihrem Zusammenspiel von Autorisierung usw. Dennoch kommt auch dem Konzeptwissen hohe Bedeutung zu. Jedes Modul wird mit einem Kompetenznachweis abgeschlossen, das den Lehrmeistern immer den Stand der Lernenden aufzeigt und Korrekturen ermöglicht - die Noten zählen nämlich zum Abschluss. Eine individuelle praktische Arbeit im Betrieb rundet dann das Bild ab. Der einzige Kritikpunkt, so das Resultat der Umfrage, betrifft den Aufwand für die Prüfungserstellung und Durchführung. Optimierungstipps des Verbandes, bessere interkantonale Zusammenarbeit und vor allem eine Prüfungsdatenbank werden auch diesen Negativpunkt beheben.
Wege der Informatik-Ausbildung
Das Bildungskonzept Informatik hat nun sämtliche Möglichkeiten eingeführt:
- die Attestausbildung Informatikpraktiker,
- die mit Modulkonzept flexibel auf die Betriebsanforderungen eingehende Lehre mit EFZ (eidg. Fähigkeitszeugnis) in drei Schwerpunkten und dem sammelnden Generalisten für kleine Kantone oder die schulische Bildung in der Romandie,
- der schulische Weg über die Informatikmittelschule mit EFZ oder Privatschulen mit EFZ,
- die 2-jährigen Umsteigerlehrgänge mit EFZ
- und die Möglichkeit für das EFZ im Gleichwertigkeits-Anerkennungsverfahren.
Darauf baut die höhere Berufsbildung auf. Der Zugang zur Berufsprüfung und zur höheren Fachprüfung ist heute noch nicht an das EFZ gebunden, doch sind Arbeiten für eine Neuregelung der Zulassung angelaufen. Die höheren Fachschulen haben sich soeben einen neuen Rahmenlehrplan gegeben, in welchen die Informatik deutlich anforderungsreicher positioniert wurde. Und schlussendlich führt der Weg nach der Lehre mit Berufsmaturität auch an die Fachhochschulen. Die Informatik verfügt nun über ein umfassendes und modernes Bildungskonzept. Schwächen sind einzig (noch) an der mengenmässigen Umsetzung auszumachen.
(Unser Gastautor Alfred Breu ist Präsident der Zürcher Lehrmeistervereinigung Informatik)

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