Zurich Financial will Rechenzentren auslagern

6. Oktober 2008, 14:54
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RZs in Schlieren und Los Angeles sollen laut einem Bericht ausgelagert werden. CSC und Wipro in der Pole Position.

RZs in Schlieren und Los Angeles sollen laut einem Bericht ausgelagert werden. CSC und Wipro in der Pole Position.
Die 'NZZ am Sonntag' berichtete gestern, dass der Versicherungskonzern Zurich Financial Services (ZFS) offenbar die Auslagerung der zwei Rechenzentren in Schlieren und Los Angeles plant. Zurich-intern laufe das jüngste Projekt unter dem Decknamen "Sofia". Laut dem Zeitungsbericht sind die Ausschreibungen an potenzielle Partner für November geplant. Kommt die Auslagerung zustande, hofft man auf Einsparungen zwischen 40 und 100 Millionen Dollar jährlich. Das IT-Budget von ZFS beträgt heute 1,8 Milliarden Dollar. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen 3700 Mitarbeitende in der Informatik.
"Beschaffungsmöglichkeiten prüfen"
Gegenüber inside-it.ch wollte ZFS den Bericht nicht direkt kommentieren. "Zurich überprüft laufend ihre internen Prozesse und das IT-Leistungsangebot mit dem Ziel der Kostenführerschaft und eine noch schlankere und effizientere Organisation zu werden", sagt Sprecherin Tatjana Domke. "Im kompetitiven Marktumfeld gehört es zu unserem täglichen Geschäft, verschiedene Beschaffungsmöglichkeiten zu prüfen."
Damit wird der Bericht zumindest nicht dementiert. Es bleibt allerdings unklar, was genau ausgelagert werden soll. Laut dem Artikel ist das Data Center in Los Angeles "technisch veraltet und randvoll", jenes in Schlieren besitze hingegen freie Kapazitäten. In den beiden RZs beschäftigt das Unternehmen mehrere hundert Mitarbeitende.
CSC ist Favorit
In der Pole Position für den Auftrag scheinen die beiden Outsourcer CSC und Wipro zu stehen. Der amerikanische IT-Dienstleister CSC schnappte sich vor einem halben Jahr das Desktop-Management bei Zurich, bereits seit 2004 ist CSC für die Betreuung der Applikationen zuständig. Laut 'NZZaS' ist auch Wipro mit im Rennen, allerdings werden keine weiteren Angaben dazu gemacht.
Schlechte Chancen hat indes IBM. 2003 wurde der Betrieb der Arbeitsplätze zwar an IBM vergeben. Doch der Vertrag wurde vorzeitig aufgelöst und ZFS wählte daraufhin CSC. Laut Insidern hat IBM mit dem Vertrag jährlich mehrere Millionen verloren und von der Zurich zwischen 80 und 100 Millionen Dollar Nachbesserung verlangt. (Maurizio Minetti)

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