Zwei Liip-Gründer wollen ins nationale Parlament

29. Juli 2019 um 11:54
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Gleich zwei Liip-Gründer wollen diesen Herbst ins nationale Parlament einziehen.

Gleich zwei Liip-Gründer wollen diesen Herbst ins nationale Parlament einziehen. Es handelt sich um Hannes Gassert, der für die SP im Kanton Zürich kandidiert, und Gerhard Andrey, der als Grüner im Kanton Fribourg antritt.
Laut 'Bilanz' ist der Grund für die Kandidatur der Webagentur-Gründer, dass diese "das digitale Wissen im Parlament aufwerten" wollen. Dass diesbezüglich in beiden Kammern Luft nach oben ist, würden wohl nur wenige aus der Branche bestreiten.
Gassert sieht seine Wahlchancen aktuell als "eher noch klein" und hat wohl recht damit. Er war 2018 als Gemeinderatskandidat der Stadt Zürich gescheitert, obwohl er auf Support von Zeix-Chefin und SP-Nationalrätin Jacqueline Badran und vom erfolgreichen Startup-Unternehmer Dominik Grolimund (Wuala, Silp, Refind) zählen durfte. Wird er diesmal gewählt, will er sich unter anderem mit der IT-Beschaffung des Bundes und gesellschaftlichen Auswirkungen der Digitalisierung beschäftigen. Gassert ist aber auf dem 35. und letzten Listenplatz der SP-Liste aufgeführt und die Partei hat in Zürich nur acht Sitze zu verteidigen.
Andrey kandidiert sowohl auf der Ständerats- als auch auf der Nationalratsliste auf dem ersten Listenplatz und kann sich als aktueller Vizepräsident der Grünen Schweiz auch Wahlchancen ausrechnen. Er wäre der erste Grüne aus dem Kanton, der den Einzug schafft und war laut "Smartvote" 2011 wie 2015 mit klassisch grünen Argumenten noch gescheitert. Heute wirbt er mit Schlagworten wie "Klimaneutral", "vier Wochen Vaterschaftsurlaub" und dem Organisationsmodell von Liip (Holacracy). Er wolle "die Balance von Umweltanliegen, wirtschaftlichen Interessen und sozialen Bedürfnissen" finden. Laut 'SRF' ist er im Kanton nicht sehr bekannt, könnte aber davon profitieren, dass eine vereinte Linke den bürgerlichen Parteien den verlorenen dritten Sitz streitig macht.
Bekanntlich könnten im Ständerat zwei weitere bekannte IT-Figuren im Falle einer Wahl das "digitale Wissen" erhöhen: FDP-Nationalrat und ICTswitzerland-Präsident Marcel Dobler kandidiert ebenso wie Green-Verwaltungsratspräsident und ICTswitzerland-Vize Franz Grüter (SVP). Während Dobler auf der eigenen Website explizit mit "digitaler Transformation" für sich wirbt, setzt Grüter primär auf allgemeines SVP-Argumentarium wie Wettbewerbsfähigkeit, Arbeitsplätze und ähnliches. (mag)

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