Zwei neue Apps sollen den Nachtclubs in der Corona-Zeit helfen

24. Juli 2020, 12:42
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Der Kanton Genf wie auch ti&m lancieren Apps, die Schweizer Clubs beim ID-Check und Contact-Tracing unterstützen sollen.

"Coga.app" heisst ein neues System, das der Kanton Genf für Clubs, Discotheken und andere Orte des Nachtlebens einführt. Das System beruht auf einer digitalen Zutrittskarte. Die Coga.app-Plattform und ihr auf Smartphones verfügbarer QR-Code zielen darauf ab, die Covid-19-Verbreitung an diesen Orten, die als besonders "risikoreich" gelten, zu begrenzen. 
Der Coga.app-Pass mache keine aktive "Kontaktverfolgung", schreibt der Kanton Genf in einer Mitteilung, sondern ermögliche es dem kantonalen ärztlichen Dienst, bei einem nachgewiesenen Fall von Covid-19 die Liste der Personen zu erhalten, die mit dem Patienten in Kontakt standen.
Für den Benutzer sei die Registrierung schnell und einfach: Auf der Plattform Coga.app genüge es, Namen, Vornamen, Geburtsjahr und Telefonnummer anzugeben. Der per SMS übermittelte QR-Code sei danach an allen Partnerstandorten uneingeschränkt gültig. Die beteiligten Genfer Clubs scannen den QR-Code beim Ein- und Ausgang und überprüfen die Identität des Besuchers über die ID-Karte oder einen Ausweis.
Die von der Firma 2GIK  aus Genf entwickelte Anwendung respektiere die Privatsphäre, heisst es weiter. Die aufgezeichneten Daten seien gesichert und verschlüsselt. Sie werden auf einem Server mit Sitz in der Schweiz gehostet. Weder die Clubs noch die Mitarbeiter von 2GIK hätten Zugang zu den Daten. Alle Daten würden nach 14 Tagen automatisch gelöscht. Nur der kantonale ärztliche Dienst erhalte nach einem Covid-19-Fall Einblick in die Besucherlisten und könne die Daten entschlüsseln.

Weitere Plattformen für das Nachtleben sind bereits im Einsatz

Die neue Plattform war vom Kanton Genf bereits vor Ausbruch der Corona-Pandemie geplant worden, um die Abläufe in Clubs zu optimieren. Nun wurde sie beschleunigt entwickelt und ist seit dem 20. Juni 2020 in den ersten Genfer Clubs im Einsatz. In der Schweiz wird laut der Nachrichtenagentur 'Keystone-sda' die Einführung eines digitalen "Nachtpasses" forciert. So werde eine weitere Plattform namens Save-the-night.ch bereits in verschiedenen Kantonen eingesetzt: in der Waadt, im Tessin, im Jura und in Freiburg.
Auch die Zürcher Firma ti&m hat mit "Mindful" eine Checkin-App für Clubs und Bars lanciert. Für das höchste Mass an Verifikation sorge die neu eingeführte Option "High", schreibt ti&m in einer Mitteilung. "Dabei durchlaufen die Gäste einen Verifikationsprozess, wie beim digitalen Onboarding." Die App prüfe die Echtheit der ID und verifiziere die Person mittels Gesichts-Scan.
Mit der Option "Medium" müssen Gäste ihre Daten in der App hinterlegen. Die Daten würden verschlüsselt und könnten bei Corona-Verdacht an die Kantone oder den Bund ausgehändigt werden. Bei der Option "Light" müssen keine Daten hinterlegt werden. Die Gäste werden nur mittels der Adressangaben der ID getrackt und können im Falle einer positiv getesteten Person per Push-Nachricht informiert werden.

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