Zwei Ostschweizer IT-Firmen entwickeln gemeinsam

26. Februar 2018, 13:17
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Weil sich GemDat Informatik und Geoinfo IT so gut ergänzen, entwickeln beide gemeinsam eine cloudbasierte Baugesuchs-Verwaltung.

Weil sich GemDat Informatik und Geoinfo IT so gut ergänzen, entwickeln beide gemeinsam eine cloudbasierte Baugesuchs-Verwaltung.
Nur gerade 13 Kilometer liegen St. Gallen und Herisau auseinander, die Standorte von GemDat Informatik und Geoinfo IT. Nun kommen sich die beiden Unternehmen noch näher. Sie haben eine strategische Entwicklungs- und Vertriebspartnerschaft für Verwaltungslösungen vereinbart.
Es soll ein neues gemeinsames Produkt- und Lösungsangebot entstehen, mit welchem Verwaltungen ihre ortsbezogenen Services völlig digital abwickeln können, so die Mitteilung.
In den Produkten sollen die Stärken der Partner kulminieren: Das Geodaten-Know-how von Geoinfo einerseits und dasjenige mit Fachanwendungen für Behörden mit komplexen Prozessen von GemDat Informatik andererseits.
Das erste gemeinsame Produkt wird eine E-Baugesuchsverwaltungslösung aus der Cloud sein. Man bringe "GemDat Bau" von GemDat in die Cloud, genauer ins eigene Geo-Rechenzentrum, erklärt Rolf Eugster, GL-Mitglied von Geoinfo IT, auf Anfrage von inside-channels.ch. Dann würden alle weiteren Produkte von GemDat folgen.
2018 werde man die Lösung konzipieren und sie 2019 dann realisieren, sagt Eugster.
Die Partnerschaft resultiere daraus, dass Kunden ein immer grösseres Bedürfnis hätten, ihre Daten mit Raumbezug aufzuwerten. Beispielsweise in welcher Zone ein Grundstück sei und wer Eigentümer sei. Gleichzeitig gehe es um Effizienzgewinn für die Verwaltung, so Eugster.
Und wenn die Vernetzung und daraus ersichtliche Kenntnisse immer wichtiger seien, dann brauche es für Geodaten ein grosses RZ. "Das kann ein Kanton alleine nicht mehr stemmen". In diesem Verwaltungsbereich spricht also nichts gegen die Cloud, solange es eine Schweizer Cloud ist.
Und worin ist der Nutzen der Partnerschaft aus Sicht GemDat Informatik? "Unsere Lösungen sind rein prozessorientiert", sagt Urs Gähwiler, Mitglied der Geschäftsleitung auf Anfrage. "Und es macht sehr viel Sinn, Karten zu integrieren". Man sei schon bekannt für die Benutzerfreundlichkeit der Lösung, aber man könne diese ausbauen. Jeder könne eine Karte beispielsweise von Swisstopo bedienen und genau diese intuitive Bedienung stehe im Zentrum der Partnerschaft der beiden.
Um keine Verwechslungen hervorzurufen: Die GemDat-Informatik-Lösung "Topax Bau" wie sie beim E-Baugesuchsprojekt des Kantons Zürich zum Zuge kommt, sei kein Teil dieser Ankündigung. Es geht um eine "eine neu durchdachte, prozessorientierte und geodatenbasierte Anwendung" für die Behörden.
Längerfristig streben beide Firmen an, "eine führende Rolle im Bereich der digitalen Verarbeitung und administrativen Abwicklung von Baugesuchen" einzunehmen.
Nebenbei interessant ist, dass beide Firmen unabhängig voneinander kontinuierlich wachsen, Geoinfo IT, ein Teil der Geoinfo-Gruppe, zählt inzwischen 90 Mitarbeitende. Und GemDat Informatik ist auch auf rund 55 Mitarbeitende angewachsen. "Weil Bürger mehr in Verwaltungsprozesse einbezogen werden, sind neue Funktionalitäten und erweiterte Lösungen gefragt", so Gähwiler. Entsprechend gebe es mehr Bedarf an Entwicklern.
Dabei komme GemDat Informatik "erstaunlich gut und rasch" zu Fachleuten, ergänzt Gähwiler. "Wir haben auf eine selbstorganisierte Organisation in Richtung Holacracy umgestellt, und das kommt gerade bei jüngeren gut an," glaubt er. (Marcel Gamma)

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