Zwischenerfolg für Amazon im Ringen um den Jedi-Deal

29. April 2021, 15:37
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Nach der Vergabe des 10 Milliarden Dollar schweren Cloud-Auftrags an Microsoft hat sich Amazon beschwert. Das Gericht wird den Fall nun prüfen.

Im anhaltenden Rechtsstreit um die Vergabe des lukrativen Jedi-Auftrags der US-Regierung hat Microsoft eine Zwischenetappe verloren. Die Redmonder beantragten die Abweisung einer Beschwerde von Amazon. Der Antrag wurde vom Bundesgericht nun abgelehnt, wie unter anderem die 'Washington Post' berichtet.
Beim Jedi-Auftrag (Joint Enterprise Defense Infrastructure) geht es um einen Cloud-Auftrag des amerikanischen Verteidigungsministeriums (DoD). Der Zuschlag über 10 Milliarden Dollar ging 2019 an Microsoft. 
Nach einem ersten Tauziehen um die Vergabe erhob Amazon Einspruch und argumentiert, der damalige Präsident Donald Trump habe die Entscheidung beeinflusst. Trump habe Amazon mit CEO Jeff Bezos als einen "politischen Feind" betrachtet, heisst es in der Klage von Amazon. Die Einmischung von Trump habe das Unternehmen den Auftrag gekostet.
Noch hat Amazon dies nicht bewiesen. Aber die Abweisung von Microsofts Antrag bedeutet, dass das Gericht die Angelegenheit prüfen wird.
Dies könnte Jedi in Frage stellen, schreibt 'Bloomberg'. Denn das Pentagon habe Anfang Jahr erklärt, dass es die Zukunft des Projekts insgesamt neu bewerten würde, wenn das Gericht dem Antrag auf Abweisung der Amazon-Vorwürfen nicht stattgeben würde. Dies, um einen langen Gerichtsstreit zu vermeiden. "Die Aussicht auf einen solch langwierigen Rechtsstreit könnte die Zukunft der Jedi-Cloud-Beschaffung in Frage stellen", zitiert 'Bloomberg' einen Sprecher des Pentagons.
Bei Amazon freut man sich über den Gerichtsentscheid. AWS sei "die überlegene technische Wahl, die günstigere Wahl und würde den besten Wert für das DoD und den amerikanischen Steuerzahler bieten", so das Unternehmen in einer Stellungnahme.
Microsoft gibt sich gelassen. "Diese verfahrensrechtliche Entscheidung ändert wenig. Nicht nur einmal, sondern zweimal haben sich professionelle Beschaffungsmitarbeiter des DoD nach einer gründlichen Prüfung für Microsoft entschieden", so die Redmonder laut 'Washington Post'. 

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