Postauto definiert die externen IT-Dienstleister der nächsten Jahre

22. Juni 2022, 15:15
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Foto: Jan Huber / Unsplash

Im Rahmen des Projektes "Postauto IT Professional Services 2022" sind die künftigen IT-Dienstleister gewählt worden. Die Preisspanne der Strundenansätze ist beachtlich.

Da auf Ende 2022 bestehende Rahmenverträge mit externen Dienstleistern auslaufen, hat die Post-Tochter Postauto eine neue Auswahl getroffen. Man habe auch für die kommenden Jahre einen regelmässigen Bedarf an Unterstützung durch externe Dienstleister in den Bereichen Dienstleistungen und Personalverleih im ÖV-Umfeld, heisst es im Pflichtenheft der Ausschreibung. Konkret sind in 4 Losen Anbieter ermittelt worden, auf deren Services und Ressourcen Postauto künftig bei punktuellem Bedarf kurzfristig und schnell zugreifen können will. Dabei adressieren die neuen Rahmenverträge Dienstleister, die "ein möglichst breites Spektrum an Knowhow im ÖV-Umfeld abdecken".
Während für die Lose 1 und 4, Consulting respektive SAP, jeder nun ausgewählte Partner seine Dienste sowohl im Personalverleih als auch als Dienstleistung anbieten muss, ist bei den beiden anderen Losen Java-Entwicklung (Los 2) sowie Projektleitung, Requirement Engineering und Business Analyse (Los 3) der Personalverleih vorgeschrieben. Insgesamt dürfte in dem Projekt "Postauto IT Professional Services 2022" für jährlich gut 10 Millionen Franken Know-how von IT-Spezialisten zugekauft werden.

Beachtliche Bandbreiten bei den Stundansätzen

Interessant ist die angebotene Bandbreite der Stundenansätze. Bei den 12 offerierenden Dienstleistern, sie sind alle auch für das Los 1 (Consulting im ÖV-Umfeld) zum Zuge gekommen, beginnen die Mindestpreise bei 142,25 Franken, die Valion verlangt, und enden bei mindestens 204,25 Franken, die Q-Perior will. Ähnlich breit gestreut sind die Maximalpreise. Hier verlangt die Zuger Alovia höchstens 182,30 Franken für die Arbeitsstunde, während bei der AWK Group 232,75 Franken fällig sind. Übrigens hat einzig Weisskopf Engineering aus Schaffhausen für das Los 1 einen Fixpreis von 165 Franken angeboten.
Bei der Java-Entwicklung im Los 2 sind von den 12 Anbietern 7 ausgewählt worden. Sie offerieren Mindeststundensätze zwischen 85 Franken (CreaSystem aus Neuenburg) und 136 Franken (Paranor Engineering, Hergiswil). Die Preisspanne bei den Maximallöhnen erstreckt sich für ausgeliehene Java-Experten von 135 Franken (Softcom Technologies aus Granges-Paccot) bis 164,80 Franken (Noser Engineering).
Für das Los 3, also für die Projektleitung, das Requirement Engineering und die Business Analyse, sind 9 Angebote eingegangen, von denen 3 einen Zuschlag erhielten. Hier bewegen sich die Mindestpreise der Stundenansätze zwischen 135 Franken (Akros, Biel) und 156,65 Franken (die Erni-Niederlassung in Bern). Maximal werden zwischen 165 Franken (wiederum Akros) und 177,50 Franken (ti&m, Zürich) gefordert.
Auch die Preisspanne bei den SAP-Löhnen sei hier noch referiert. Für das Los 4 waren 4 Angebote eingegangen und 3 Zuschläge erfolgt. Swisscom verlangt für seine SAP-Experten mit mindestens 120 Franken zwar den geringsten Tarif, allerdings können deren Stundenlöhne bis auf 247,50 Franken ansteigen. Anders die Berner Novo Business Consultants, bei der mindestens 137,50 Franken fällig sind, aber nur maximal 220 Franken verrechnet werden. Die Regensdorfer NTT Data Business Solutions liegt mit einer Preisspanne von 136,25 bis 233,75 Franken zwischen den Angeboten der beiden Konkurrenten.
Wie bei solchen Rahmenverträgen üblich, wird der definitive Auftrag jeweils mit einem "Mini-Tender" und anschliessendem Offertenvergleich ermittelt. Das geschätzte Volumen gibt die Post für das Los 1 (Consulting) mit rund 15'000 Stunden pro Jahr an, also 60'000 Stunden für die Vertragsdauer von 4 Jahren. Der Personalverleihanteil wurde dabei mit "geschätzten" 60% und der Dienstleistungsanteil mit 40% quantifiziert.
Ähnlich sieht es beim Los 2 (Java) aus, bei dem von einem Volumen von rund 16'000 Stunden pro Jahr ausgegangen wird. "Aufgrund unserer Erfahrungswerte sowie geschätzter Entwicklungen" sind das also 64'000 Stunden für die Vertragsdauer von 4 Jahren. Geringer fällt das Volumen für Los 3 aus. Hier geht die Post von einem totalen Beschaffungsvolumen von rund 10'000 Stunden pro Jahr aus, insgesamt 40'000 Stunden verteilt über 4 Jahre. Noch weniger Bedarf besteht in Sachen SAP. Die Spezialisten benötige man für geschätzte rund 8'000 Stunden pro Jahr und entsprechend 32'000 Stunden für die Vertragslaufzeit von 4 Jahren.

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