Psychiatrie Winterthur sucht neues KIS als Polypoint-Ersatz

14. Mai 2024 um 11:51
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Die Integrierte Psychiatrie Winterthur – Zürcher Unterland beschafft ein neues Klinikinformationssystem (KIS). Grund dafür ist ein Strategiewechsel des bisherigen Lieferanten.

Die Integrierte Psychiatrie Winterthur – Zürcher Unterland (IPW) berät und begleitet Menschen, die sich in einer Krise befinden oder psychisch erkrankt sind. Die IPW betreibt insgesamt 14 Standorte in Bülach, Dielsdorf, Embrach, Glattbrugg und Winterthur. Im Jahr 2023 wurden knapp 10'700 Patientinnen und Patienten behandelt, rund ein Drittel davon stationär, heisst es im aktuellen Geschäftsbericht. Die IPW beschäftigen 895 Mitarbeitende.

Bisheriges System seit 12 Jahren im Einsatz

In einer aktuellen Ausschreibung auf Simap sucht die IPW Lizenzen und Dienstleistungen zur Konzeption, Realisierung und Einführung eines neuen Klinikinformationssystems (KIS). Grund dafür ist ein Strategiewechsel des bisherigen Anbieters Polypoint, dessen System seit 2012 bei der IPW im Einsatz ist. Dies geht aus dem Pflichtenheft hervor, das inside-it.ch vorliegt.
Im bisherigen System von Polypoint seien auch "diverse Eigenentwicklungen durch die IPW realisiert und tief in die Applikation integriert" worden, heisst es im Dokument weiter. Dabei handle es sich vorwiegend um "Pflichterhebungen medizinischer Statistikdaten sowie um digitalisierte Erhebungsfragebögen". Diese Fragebögen sollen ebenfalls mit dem neuen Produkt abgelöst und nach Möglichkeit integriert werden.

Integration von Patienten-Management wird geprüft

Ebenfalls in die Ausschreibung integriert ist die Ablösung des Patientenadministrationssystems SAP-ISH, welches vom deutschen ERP-Giganten nicht mehr weitergeführt wird. Die IPW prüfe "ein ins anzubietende Produkt KIS integriertes Patienten-Management".
Die Nachfolgelösung müsse ausbau- und anpassungsfähig sein, den speziellen Bedingungen psychiatrischer Institutionen in der Schweiz und im Kanton Zürich genügen und auf einer leistungsfähigen und zeitgemässen Systemplattform basieren, schreiben die IPW im Pflichtenheft. Wichtig sei, dass es in der "vorhandenen, VMware-basierten virtuellen Infrastruktur betriebsfähig" sei, ohne dass Ressourcen explizit reserviert werden müssen.
Die IPW wollen sich mit dem Zuschlag bis Ende Jahr Zeit lassen. Entsprechend ist die Vertragsunterzeichnung mit dem Lieferanten für voraussichtlich Mitte Februar 2025 geplant.

Auch Paraplegiker-Stiftung arbeitete mit Polypoint

Polypoint ist offenbar schon länger aus dem KIS-Geschäft ausgestiegen. Ein 2017 gestartetes Projekt zur Einführung eines neuen KIS am Paraplegiker-Zentrum Nottwil hat in einem Fiasko geendet. "Das KIS-Projekt wurde im Rahmen der vertraglich vereinbarten Bedingungen beendet", sagte Polypoint damals dazu.


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