Quickline mit weniger Umsatz und Expansionsplänen

30. März 2022, 14:44
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Quickline-CEO Frédéric Goetschmann

Der Kabelnetzverbund erwirtschaftete 245 Millionen Franken Umsatz. Jetzt will er sein Einzugsgebiet deutlich erweitern.

Der Kabelnetzverbund Quickline hat in seinem Geschäftsjahr 2021 leicht weniger umgesetzt als 2020. Das Unternehmen hat aber grosse Pläne und will immer mehr Regionen mit seinen TV- und Internet-Diensten erschliessen.
Insgesamt erwirtschaftete der Verbund von 24 Kabelnetzbetreibern 2021 einen Umsatz von 245 Millionen Franken, das sind 3,5% weniger als im Vorjahr. Der Umsatzrückgang wird mit dem starken Wettbewerb im Telekommunikationsmarkt, pandemiebedingten Einschränkungen und strukturellen Trends begründet. Zum Gewinn machte Quickline in einer Mitteilung keine Angaben.

Wachstum beim Mobilfunk und Streaming-Fernsehen

Beim TV Streaming konnte die Zahl der Kunden um 16% auf rund 67'300 gesteigert werden. Dies sei vor allem durch den Ausbau des Angebots und neue Partnerschaften erreicht worden. Im Gegenzug ging aber die Zahl der lineares TV schauenden Kunden im fast gleichen Umfang zurück.
Die Zahl der Mobilfunk-Abos stieg um knapp 13% auf 77'600, während bei den Festnetz-Kunden ein Minus von 0,8% auf rund 111'000 zu Buche stand. Die Zahl der Internet-Kunden stagnierte auf dem Vorjahresniveau.

Überregionale Expansion geplant

Derzeit sind die Dienste von Quickline vor allem im Mittelland und im Wallis verfügbar. Damit würden 10 bis 15% der Schweizer Haushalte erreicht. Das Einzugsgebiet soll demnächst deutlich erweitert werden, wie CEO Frédéric Goetschmann bei einer Telefonkonferenz sagte.
Zum genauen Zeitplan der überregionalen Angebotsausweitung machte er keine näheren Angaben. Neue Orte würden schrittweis hinzugefügt. Durch diese Dosierung soll die Qualität sichergestellt und eine Überlastung der Kapazitäten verhindert werden. Langfristig will Quickline zum nationalen Komplettanbieter werden.
Schon heute könnten Quickline-Kunden bei einem Wohnortswechsel ihr Abo mitzügeln. Dies sei unabhängig von der Art des Anschlusses möglich, da Quickline auf die Infrastruktur von Swisscom zurückgreift, betonte Goetschmann weiter.

Eintritt in Energiemarkt geschafft

Im Herbst 2021 stieg Quickline zudem in den Strommarkt mit einer sogenannten Smart-Meter-Lösung ein. Damit können Energieversorgungsunternehmen Strom, Wasser, Gas und Fernwärme intelligent steuern. Das Angebot richte sich vor allem an kleine Energieversorger, die solche Lösungen nicht selber entwickeln könnten.
Angestossen und mitentwickelt wurde die Lösung auch von kleinen Energieversorgern, die auch Anteile an Quickline halten. Das Angebot versteht der Firmen-Chef als "Eintrittskarte" in den Energiemarkt. Aufbauend darauf könnte bald ein ganzes Ökosystem an Energie-Lösungen folgen. Damit leiste man auch einen Beitrag für die Energiewende, betonte Goetschmann.

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