Regierung will Millionen für Digitale Transformation von Basel-Land ausgeben

29. September 2022 um 12:42
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Foto: baselland.ch

Für die digitale Verwaltung und den Aufbau eines Governance-Modells sollen 21 Millionen aufgewendet werden. Es gebe dazu keine Alternative, so der Regierungsrat.

Der Regierungsrat Basel-Landschaft beantragt beim Parlament Ausgaben von 21 Millionen Franken zur "Stärkung der Digitalen Transformation". "In der Analyse zum Programm 'Digitale Verwaltung 2022' hat sich gezeigt, dass die Bereitstellung von Grundlagen und die Befähigung der Organisation zur 'Digitalen Transformation' in der kantonalen Verwaltung zu wenig berücksichtigt wurden", heisst es in einer Mitteilung. Die entsprechenden Steuerungsstrukturen, Ressourcen und Fähigkeiten seien in der Verwaltung nicht im notwendigen Masse vorhanden gewesen.
Der Regierungsrat stosse nun ein Projekt an, mit dem Ziel, ein "verwaltungsweit geltendes Steuerungs- und Organisationsmodell aufzubauen". Für den Aufbau dieses Governance-Modells bis Projektende per Ende Juni 2024 beantragt er beim Landrat eine Ausgabenbewilligung in der Höhe von 6,19 Millionen Franken.

Grossprojekte Gever, Intranet und Service-Plattform

Noch mehr veranschlagt die Regierung mit 14,91 Millionen Franken für den Aufbau von digitalen Basisplattformen in der Verwaltung. Dazu würden die Geschäftsverwaltung Gever BL, Intranet BL und die Service-Plattform BL-Konto gehören. Diese "im Rahmen des Programm DV2022 nicht fertigstellbaren Grossprojekte" würden als Einzelprojekte weitergeführt.
"Dazu sind auch die notwendigen fachlichen und technischen Betriebsorganisationen bereitzustellen", heisst es im Entwurf des Aufgaben- und Finanzplans 2023–2026 (AFP). " Die digitale Transformation der Verwaltung kennt keine Alternative", so der Regierungsrat.

58 neue Stellen für Digitalisierungsstrategie

Auch der Personalaufwand erhöhe sich hauptsächlich aufgrund der Digitalisierungsstrategie des Kantons. "In den nächsten 4 Jahren sind in diesem Rahmen 58 neue Stellen (9 Mio. Franken) geplant, welche zuerst bei der Zentralen Informatik der FKD (Finanz- und Kirchendirektion) eingeplant und nach effektiver Besetzung zur betreffenden Dienststelle transferiert werden."
Diese Expertise werde "an allen Ecken und Enden gebraucht", und könne nicht mehr nur zentral zur Verfügung gestellt werden. "Die Informatikkompetenz wird sich zunehmend in die Dienststellen selbst verlagern. Soweit nicht vorhandenes Personal weitergebildet werden kann, muss es auf dem Fachkräftemarkt rekrutiert werden", heisst es im AFP.
"Am Ende stellt sich, wie bei allen staatlichen Leistungen, die Frage: Was kostet es?", schreibt der Regierungsrat. "Es ist offensichtlich, dass diese Frage im Fall von Digitalisierungsprojekten besonders schwierig zu beantworten ist." Trotzdem sei eine Schätzung für den Zeitraum von 10 Jahren versucht worden: Man rechne für digitale Prozesse ohne IT-Infrastrukturen im Kanton mit 300 bis 450 Millionen Franken und rund 85 zusätzlichen Stellen. "Die zu erwartenden verwaltungsinternen Effizienzgewinne und der schwer zu beziffernde Nutzen für die Einwohnerinnen und Einwohner, Unternehmen und Organisationen überwiegen die hohen Kosten bei Weitem", so die Regierung.

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